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Hansgrohe-Verpackungen 2026 „plastikfrei“

Die Hansgrohe Group stellt bis Ende 2025 neue Produktverpackungen auf Papier um, damit weniger Kunststoffmüll entsteht. Bild: Hansgrohe

Die Hansgrohe Group stellt bis Ende 2025 neue Produktverpackungen in Deutschland auf Papier um und spart damit künftig jährlich rund 312 Tonnen Kunststoffverpackungen in den deutschen Werken, vor allem im Bereich Kratz- und Schlagschutz, also bei jenen Elementen, die die Armaturen und Brausen in den Kartons vor Kratzern und Transportschäden schützen. Die dafür eingesetzten Kartonagen und Papierelemente können nach Gebrauch vollständig dem Papierrecyclingkreislauf zugeführt werden.

Auf dem Weg zu „100% plastikfrei”

Für die Umstellung von Kunststoff auf Papier zeichnet bei Hansgrohe das Team Green Company verantwortlich, die „Denkzelle“ des Hauses. Projektleiter Torsten Mayer: „Es ist unsere eigene Motivation, den Nachhaltigkeitsdreiklang Reduce, Reuse & Recycle auch auf unsere Produktverpackungen anzuwenden. Gleichzeitig fordern aber auch immer mehr unserer Kunden im Bereich B2B und B2C dies aktiv ein.“

Durch die Papier-Offensive spart Hansgrohe künftig jährlich rund 312 Tonnen Kunststoffverpackungen in den deutschen Werken, vor allem im Bereich Kratz- und Schlagschutz, also bei jenen Elementen, die die Armaturen und Brausen in den Kartons vor Kratzern und Transportschäden schützen. Statt Flachbeuteln, Luftpolster, Kettenbeutel, Adhäsionsfolien und Kabelbinder kommen Substitute aus Pappe oder Papier bei den Produktverpackungen zum Einsatz.

Derzeit werde noch daran gearbeitet, eine 100-Prozent-Quote zu erreichen. „Stand heute fehlen uns noch ein paar Prozent zur vollständigen Zielerreichung“, sagt Torsten Mayer. „Grund dafür ist, dass wir jetzt zwar für nahezu alle Produkt- und Oberflächenvarianten sowie Beipacks Alternativen aus Papier haben, diese aber noch nicht vollständig im Produktionsprozess umgesetzt sind. Außerdem gibt es nach aktuellem Stand noch einige unentbehrliche Kunststoff-Bestandteile an Verpackungen, die derzeit aufgrund ihrer Eigenschaften nicht durch Papier ersetzt werden können – sondern lediglich durch recycelten Kunststoff.“

Gefahr von Mikroplastik im Meer vermindern

Allein in Deutschland stamme der größte Anteil am gesamten Kunststoffmüll nach Zahlen des Statistik-Portals Statista aus Verkaufsverpackungen – in Summe rund 1,5 Millionen Tonnen pro Jahr. Weniger Kunststoff in den Verpackungen reduziere das Risiko, dass er unsachgemäß entsorgt wird, am Ende als Mikroplastik die Gewässer verschmutzt und schließlich Mensch und Tier krank macht.

Parallel zum Kunststoffverzicht reduziert Hansgrohe die Zahl der Verpackungsgrößen und -varianten bei den Produktkartons. Denn weniger und zudem raumsparend gestaltete Produktverpackungen verbessern die Transport- und Lagerlogistik.

Papier statt Plastik

Papier sei ein hervorragendes Recyclingmaterial, da Papierfasern nach Angaben der Papierindustrie zehn- bis 25-mal recycelt werden können. Und weil der Papierrecyclingkreislauf mit einer Recyclingquote von 95,4 Prozent europaweit sehr gut funktioniere, sei Papier für Hansgrohe in Zukunft das Verpackungsmaterial der Wahl.

Die Kunststoffabfall-Recyclingkreisläufe in Europa hingegen seien noch nicht optimal aufgestellt. Ein Großteil des in Europa verursachten Kunststoffabfalls werde nicht recycelt, sondern nach wie vor in Drittländer verschifft. Die Exporte von Altkunststoff aus Deutschland haben sich zwar in den letzten Jahren deutlich verringert, sind aber nach Ansicht von Umweltschützern immer noch zu hoch.

Was genau in den Drittländern mit dem Material geschieht, bleibt unklar, da es dazu keine übergreifenden Statistiken gibt. Dass in Drittländern häufig Kunststoffmüll illegal im Meer verklappt wird, belegen nach Ansicht von Hansgrohe vor fünf Jahren öffentlich gewordene Beispiele.

Engagement für weniger Kunststoff in der Welt

Hansgrohe ist seit Jahren Sponsor des schwimmenden Professors Andreas Fath. Der Chemiker hat es sich zum Ziel gemacht, die Öffentlichkeit für die Unmengen an Mikroplastik zu sensibilisieren, die über die Flüsse in die Weltmeere und sogar bis in die Arktis gelangen. Dazu hat Fath bereits Rhein und Donau durchschwommen. In diesem Jahr startet sein neues Projekt: Er wird im Sommer 2024 die Elbe durchschwimmen, von der Quelle bis zur Mündung in die Nordsee. Seinen Weg begleiten diverse Wasserproben, Studenten seiner Fakultät – und natürlich Hansgrohe.