Ins Machen kommen – das hatte sich die deutsche Heizungsbranche selbst vorgegeben. „Wir sind in einer Transformation – vom Gas zur Wärmepumpe“, sagt Jan Brockmann, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) im Rahmen der Deutschen Wärmekonferenz ConnectingHeat, die am 14. und 15. Oktober in Berlin stattfand. Die Heizungsindustrie habe es in der Hand, diese Transformation zu gestalten und ihre Organisationen und Strukturen darauf anzupassen.
„Wir haben zurzeit zehn Prozent Wärmepumpe-Durchdingung in Deutschland – diese Durchdringung wird in den kommenden zehn bis 15 Jahren deutlich steigen“, so Jan Brockmann. Im Übrigen gehe es nicht um Technologieoffenheit, sondern um Entscheidungsfreiheit für die Kunden. Dass der Ansatz von Wärmepumpen ohne politische Vorgaben steige, spreche für sich.
„Die Politik müsse uns im Handwerk machen lassen“, ergänzte Michael Hilpert, Präsident der ZVSHK und appellierte an die Politik: „Wir unterstützen unsere Kunden mit vielen Leistungen. Lassen Sie uns im Handwerk dann auch die Förderanträge für unsere Kunden machen!“ Für Kunden gehe es um eine neue Heizung. Sie hätten ihre Entscheidung in eine Investition gewandelt – und wollen sich dann nicht mit Förderformularen befassen.
„Unser Selbstverständnis ist es, den Heizungskeller zu entpolitisieren, ohne Paukenschläge und Wasserstandsmeldungen, die Kunden, Handwerk und Industrie nur verunsichern“, stellte Sepp Müller, stellvertretender Vorsitzende der CDU Bundestagsfraktion klar. Jeder Kunde solle die freie Investitionswahl haben. Eine Senkung der Stromsteuer sei sicherlich wünschenswert, könne er allerdings nicht versprechen.
Kühlung weiterdenken
Kühlen ist kein kurzlebiger Trend, sondern im Zuge des fortschreitenden Klimawandels eine langfristig ernstzunehmende Entwicklung. Das ist das Fazit eines Panels führender Vertreter aus der Heizungsbranche im Rahmen der Deutschen Wärmekonferenz ConnectingHeat. Die Nachfrage nach Kühlungstechnik und Klimaanlagen in Bestandsgebäuden werde im kommenden Jahr stark steigen, sagte BDH-Präsident Jan Brockmann. Klimatisierung sei kein Luxus, sondern eine Lebensnotwendigkeit.
Dazu brauche es Incentivierung statt Überregulierung, appellierte er an Bundesbauministerin Verena Hubertz. Die Ministerin hat die Anregung aufgenommen und wies darauf hin, dass Kälteplanung in Kommunen mit mehr als 45.000 Einwohnern Pflicht werden müsse.

Für Frank Senger, Vize-Präsident des ZVSHK, war es wichtig, dabei nicht nur in Kälte und Kühlung zu denken, sondern weiter – etwa in Hitzeschutz-Lösungen bei Gebäuden.
