Im gemeinsam vom Deutschen Biomasseforschungszentrum (DBFZ) und dem Technologie- und Förderzentrum (TFZ) ausgerichteten 17. Fachgespräch „Partikelabscheider in häuslichen Feuerungen“ haben über sechzig Experten und Expertinnen am 4. Februar 2026 unter anderem einen Ausblick auf zukünftige europäische Luftreinhalteregelungen sowie auf katalytische und elektrostatische Emissionsminderungstechniken gegeben. Das Fazit der Teilnehmenden fiel durchwachsen aus: Der Entwicklungsstand bei Staubabscheidern ist mittlerweile sehr hoch, die Marktdurchdringung von Öfen mit hochentwickelter Abscheidetechnologie bleibt aufgrund der Kosten jedoch niedrig, es fehlen die notwendigen Anreize insbesondere im Bereich der Einzelraumfeuerstätten.
Auch wenn im Bereich der Normung zu Messverfahren noch Optimierungspotenzial bestehe und Validierungen ausstehen, habe die Technik ihre Funktionstüchtigkeit nachgewiesen. Nun brauche es eine gemeinsame Anstrengung, um die Marktdurchdringung zu erhöhen, Kosten zu senken und einem möglichen Verbot von Einzelraumfeuerstätten vorzubeugen, so der Tenor der Teilnehmenden.
Ein Problem, das im Rahmen der diesjährigen Fachtagung offenkundig geworden sei: Trotz vieler positiver Messergebnisse zu nachgeschalteten Emissionsminderungstechniken in Einzelraumfeuerstätten bleibt die Marktdurchdringung von technisch hochwertigen Öfen mit Abscheidetechnologie noch zu gering und für eine deutliche Kostensenkung zu niedrig.
Abscheidetechnologie für gasförmige Schadstoffe gewinnt an Bedeutung
Dieses Jahr haben sich bei der Veranstaltung unter den Beiträgen zur katalytischen Emissionsminderung mehr als im Vorjahr mit gasförmigen Emissionen aus Einzelraumfeuerungen beschäftigt. Dies zeige, dass die Abscheidetechnologie neben den „klassischen“ Staubemissionen auch für gasförmige Schadstoffe an Bedeutung für die Praxis gewinnt.
„Die Wirkungsbeurteilung der Katalysatoren im Hinblick auf die Reduktion sekundärer organischer Aerosole scheint wissenschaftlich noch großen Forschungsbedarf aufzuweisen. So ist beispielsweise noch weitestgehend unklar, inwieweit der gesundheitliche Schaden von Partikeln aus gasförmigen Emissionen durch eine entsprechende Abscheidetechnologie wirklich signifikant reduziert werden kann“, so der langjährige Mitveranstalter des „Abscheider-Fachgesprächs“, Dr. Hans Hartmann, vom TFZ in Straubing.
In ihrem Vortrag berichtete Claudia Schön vom TFZ darüber hinaus von Ergebnissen aus dem Langzeitmonitoring von Staubabscheidern im Feld, die im Vorhaben „LangEFeld“ (FKZ: 2220NR108A) erhoben wurden. Die Messergebnisse deuten darauf hin, dass die im Feld ermittelten Abscheidegrade häufig deutlich über denen liegen, die nach der Prüfungsmessnorm DIN TS 33999 ermittelt werden. Als Konsequenz könnten sich aus diesem Umstand Potenziale zur Anpassung der bestehenden Messnorm ergeben.
Der Tagungsreader zur diesjährigen Veranstaltung stehe in Kürze kostenfrei als Download zur Verfügung. Die nächste Ausgabe des Abscheider-Fachgesprächs findet am 24. Februar 2027 am Technologie- und Förderzentrum in Straubing statt.
