Zeitschrift für Planung, Berechnung und Ausführung
von sanitär-, heizungs- und klimatechnischen Anlagen.

Geberit Campus geht neuartige Wege

Der Geberit Campus in Pfullendorf bietet dem SHK-Handwerk Lern- und Ausstellungsflächen in einprägsamer Architektur. Bild: Roland Halbe

Die Anforderungen an Qualifikation und Fachwissen im SHK-Handwerk verändern sich. Fachkräfte sollten sich kontinuierlich über neue Produkte, Systeme sowie aktualisierte Normen und Regelwerke informieren. Mit der Eröffnung des Geberit Campus am 5. Februar 2026 in Pfullendorf wollte Geberit nach eigenen Angaben einen Ort schaffen, an dem Kunden ihr Wissen systematisch aufbauen, vertiefen und anwenden können. Ziel sei es, Fachkräfte in Planung, Ausführung und Service gezielt zu unterstützen. Der Campus setze dabei auf wegweisende Schulungs- und Praxisräume, anwendungsnahe Ausstellungen und neuartige Lernformate. 

Die steigenden Anforderungen betreffen die gesamte Branche – von Architekten und Fachplanern über Händler bis hin zu Installateuren. Der Geberit Campus setze genau hier an: Verständlich angeleitete Praxisphasen und klar strukturierte Lernpfade bereiten nach Angaben des Sanitärunternehmens gezielt auf heutige und kommende Aufgaben vor.

„Die Schulungen im Geberit Campus sind so konzipiert, dass Seminarteilnehmer zunächst baurechtliche Zusammenhänge und Kundenanforderungen verstehen, bevor sie diese mit Produkten umsetzen“, sagt Meinolf Bürgermann, Leiter Kundenschulung bei Geberit. „Abläufe werden so geübt, dass sie im Alltag sicher sitzen. So wächst Sicherheit in Entscheidungen, in der Ausführung und im Umgang mit komplexen Anforderungen“.

„Das Handwerk ist das Rückgrat unserer Wirtschaft. Umso wichtiger ist es, für das Handwerk einen einfachen Zugang zu hochwertiger Weiterbildung zu ermöglichen“, betont Meinolf Bürgermann, Leiter Kundenschulung bei der Geberit Vertriebs GmbH. „Mit unserem neuen Campus können wir noch individueller auf die Bedürfnisse der Teilnehmer eingehen und sie gezielt auf die Anforderungen von heute und morgen vorbereiten.“ Bild: Geberit
„Das Handwerk ist das Rückgrat unserer Wirtschaft. Umso wichtiger ist es, für das Handwerk einen einfachen Zugang zu hochwertiger Weiterbildung zu ermöglichen“, betont Meinolf Bürgermann, Leiter Kundenschulung bei der Geberit Vertriebs GmbH. „Mit unserem neuen Campus können wir noch individueller auf die Bedürfnisse der Teilnehmer eingehen und sie gezielt auf die Anforderungen von heute und morgen vorbereiten.“ Bild: Geberit

Der Geberit Campus bietet auf 4.900 Quadratmetern Nutzfläche Raum für zwei Ausstellungen, vier Theorie- beziehungsweise Schulungsräume, drei Kuben (siehe unten) und sieben Praxisräume. Es sei eine „moderne, inspirierende Lernumgebung“ entstanden, ein Ort, an dem Menschen zügig ins Arbeiten kommen, schnell Orientierung finden und nicht im Frontalmodus lernen, sondern im Austausch – durch gemeinsames Erarbeiten, Fragen, Vergleichen und praktische Erfahrung.

Das Gesamtkonzept des Schulungszentrums soll Trinkwasserhygiene, Abwasserhydraulik, Brand- und Schallschutz sowie modernes Bauen und Planen erlebbar machen. Mithilfe von Funktionsexponaten, digitale Layern oder interaktiven Messungen werde zwischen Unternehmen, Mitarbeitenden und Schulungsteilnehmenden ein experimenteller Lern- und Kommunikationsraum geschaffen.

Die drei Kuben

Der Abwasser-Kubus eröffne neue Perspektiven für die Vorgänge in allen Bereichen der Abwasserhydraulik – von der Gebäude- bis zur Dachentwässerung. Hier lässt sich real in transparenten Rohren direkt nachvollziehen, wie sensibel Entwässerungssysteme auf richtige oder falsche Planung oder Ausführung reagieren. Ein neues Didaktikkonzept stellt mehr als 25 typische Situationen der Abwasserhydraulik in den Mittelpunkt. Durch physische Demonstrationen, moderne Lichttechnik sowie multimediale Projektionen soll Wissen anschaulich vermittelt werden.

Im Abwasser-Kubus erwarten die Besucher Einblicke in das Abwassersystem, um ein tiefes Verständnis für hydraulische Vorgänge und deren Auswirkungen zu entwickeln. Bild: Geberit
Im Abwasser-Kubus erwarten die Besucher Einblicke in das Abwassersystem, um ein tiefes Verständnis für hydraulische Vorgänge und deren Auswirkungen zu entwickeln. Bild: Geberit

Der Akustik-Kubus soll die Wahrnehmung für den Klang der Sanitärinstallation schärfen. Für ein Schallerlebnis ohne jegliche Beeinflussung von außen ist er baulich komplett vom Rest des Gebäudes abgetrennt. Damit werde unverfälscht erlebbar, wie stark die Sanitärinstallationen das Ruheempfinden in einem Gebäude prägen – und wie leise sie sich im Hintergrund halten, wenn sie richtig geplant und ausgeführt sind.

Der als Haus in einem Haus realisierte Akustik-Kubus soll für das Thema Bauakustik sensibilisieren. Bild: Roland Halbe
Der als Haus in einem Haus realisierte Akustik-Kubus soll für das Thema Bauakustik sensibilisieren. Bild: Roland Halbe

Der Kompetenz-Kubus soll Einsichten und Hintergründe in einem virtuellen dreidimensionalen Raum vermitteln. Besucherinnen und Besucher können hier neue Perspektiven und Einsichten zu wichtigen SHK-Kompetenzen für ihre Planungs- und Ausführungspraxis gewinnen. Der Kompetenz-Kubus umfasst die Bereiche Trinkwasserhygiene und Abwasserhydraulik, Brand- und Schallschutz sowie Sanitärraumplanung, digitales Planen und Bauen, wobei wirtschaftliche, rechtliche und praktische Hintergründe in virtuellen Präsentationen aufbereitet werden.

Im Kompetenz-Kubus sind verschiedene Kompetenzthemen in einem virtuellen Raum dreidimensional darstellbar. Bild: Geberit
Im Kompetenz-Kubus sind verschiedene Kompetenzthemen in einem virtuellen Raum dreidimensional darstellbar. Bild: Geberit

Ausstellung, Theorie- und Praxisräume

Darüber hinaus können die Besucher auf knapp 1.000 Quadratmetern eine Ausstellung mit zwei Schwerpunkten erleben:

  • Im Bereich „Know-How Installed“ werden die Produkte und Services von Geberit für die Planung und Montage von Sanitärinstallationen hinter der Wand thematisiert und erlebbar gemacht.
  • Der Bereich „Design Meets Function“ veranschaulicht die Produktwelt des Herstellers vor der Wand: die Verschmelzung von Funktionalität mit ästhetischem Design in den Bereichen WC, Waschplatz und Dusche. Zur Ausstellung gehört auch die AquaClean Testzone, ein eigener Bereich für das Dusch-WC.

In den vier Theorie- beziehungsweise Schulungsräumen des Campus können parallel bis zu 158 Personen geschult werden. Sieben Praxisräume sollen das Lernen im Campus unmittelbar machen durch Ausprobieren, Greifen und Begreifen. Weil jede Bausituation anders ist, finden sich hier anwendungsorientierte Stationen zu Installations-, Rohrleitungs- und Badezimmersystemen. Abgerundet wird das Angebot durch den Praxisraum für Services, wie zum Beispiel digitale Tools und Apps.