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Heizungsabsatz auf niedrigstem Stand seit 15 Jahren

Vom durchschnittlichen Gesamtmarkt der vergangenen Dekade (rund 800.000 Geräten pro Jahr) ist die Branche derzeit weit entfernt. Bild: BDH

Der Absatz von Heizungen ist in Deutschland im Jahr 2025 auf den niedrigsten Stand seit 15 Jahren gefallen. Das zeigt die Jahresbilanz, die der Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) Anfang Februar vorgelegt hat. Demnach setzten die Hersteller im vergangenen Jahr nur rund 627.000 Anlagen ab – 12 Prozent weniger als im bereits schwachen Vorjahr. Damit ist der Heizungsmarkt in Deutschland das zweite Jahr in Folge rückläufig.

„Der Produktionsstandort für Heizungsanlagen in Deutschland steht unter Druck“, warnt BDH-Hauptgeschäftsführer Markus Staudt. Aus Sicht des Verbandes sind politisch verursachte Unsicherheiten hauptverantwortlich für die gegenwärtige Absatzkrise. „Solange die politischen Rahmenbedingungen unklar sind, werden Investitionen in neue Heizungen aufgeschoben.“

Auch die kommunale Wärmeplanung, die ursprünglich als Orientierungshilfe für Investitionen gedacht war, wirke derzeit in vielen Fällen als Investitionsbremse. Zahlreiche Bürger zögerten mit Entscheidungen, solange unklar bleibe, welche Optionen ihre Kommune für die zukünftige Wärmeversorgung vorsehe. Ursache dafür sind häufig eine unzureichende Kommunikation und fehlende Erwartungssteuerung auf kommunaler Ebene.

Der Wärmepumpenabsatz konnte immerhin um 55 Prozent gegenüber dem Vorjahr zulegen, bleibt dennoch hinter den politischen Zielen zurück. Bild: BDH / BWP
Der Wärmepumpenabsatz konnte immerhin um 55 Prozent gegenüber dem Vorjahr zulegen, bleibt dennoch hinter den politischen Zielen zurück. Bild: BDH / BWP

Während Wärmepumpen zuletzt mit rund 299.000 verkauften Geräten und einem Wachstum von 55 Prozent gegenüber dem Vorjahr zulegten, können sie allein den Einbruch im Gesamtmarkt nicht kompensieren. So wurde das noch unter der Ampel beschlossene Ziel von 500.000 installierten Wärmepumpen pro Jahr ab 2024 das zweite Jahr in Folge deutlich verfehlt. Auch Heizsysteme auf Basis von Biomasse, etwa Pelletanlagen, verzeichneten eine leichte Erholung, liegen mit 29.000 abgesetzten Geräten jedoch weiterhin auf niedrigem absoluten Niveau.

In Summe liegt der Absatz des Jahres 2025 damit auf einem Stand, der die Hersteller vor ernste wirtschaftliche Herausforderungen stelle. Der durchschnittliche Gesamtmarkt der vergangenen Dekade lag bei rund 800.000 Geräten pro Jahr – davon ist die Branche inzwischen weit entfernt.

Der rückläufige Absatz der Wärmeerzeuger schlägt sich auch auf Systemkomponenten des Heizungssystems wie Lüftungssysteme mit Wärmerückgewinnung, Umwälzpumpen oder Heizkörper nieder. Zwar weisen einige dieser Technologien ein prozentuelles Wachstum auf, die absoluten Stückzahlen bewegen sich jedoch auf niedriger Basis. Die lahmende Neubaukonjunktur verstärkt diesen Trend, so der BDH. Dabei seien auch diese Komponenten, die zur Effizienz des Gesamtsystems beitragen, mit Blick auf die Energieeinsparung und die damit verbundene Reduzierung von CO2-Emissionen von großer Bedeutung – sowohl für das Erreichen der Klimaschutzziele als auch für die wirtschaftliche Entlastung der Verbraucher.

Auch Systemkomponenten des Heizungssystems leiden 2025 unter der Schwäche im Heizungsmarkt. Bild: BDH
Auch Systemkomponenten des Heizungssystems leiden 2025 unter der Schwäche im Heizungsmarkt. Bild: BDH

„Wir brauchen jetzt einen Neustart mit einem verlässlichen politischen Kurs, der Planungssicherheit schafft und alle effizienten technologischen Lösungen einbezieht“, fordert Markus Staudt. „Technologiedebatten tragen nicht dazu bei, die bestehende Verunsicherung bei den Verbrauchern aufzulösen.“

Die schwache Nachfrage werde sich auch auf die potenziellen CO2-Einsparungen auswirken. „Wenn weniger Heizungen modernisiert werden, ist das nicht nur schlecht für Wachstum und Beschäftigung, sondern auch für die CO2-Minderung. Je geringer die Modernisierungsraten in der Gegenwart sind, desto mehr muss in den kommenden Jahren modernisiert werden. Wir schieben eine immer größer werdende Welle vor uns her“, so Markus Staudt. Denn nach wie vor entsprechen über 40 Prozent der Heizungen im Bestand nicht dem Stand der Technik, viele Anlagen seien älter als 30 Jahre. Um jedoch das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren, müssten jedes Jahr eine Million Heizungen modernisiert werden.