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Kaum Schäden an Wärmepumpen durch Stromausfall

Luft-Wasser-Wärmepumpen können auch im Winter zuverlässig und effizient arbeiten und Stromausfälle bei Beachtung der Bedienungsanleitung unbeschadet überstehen. Bild: Buderus

Nach dem mehrtägigen Stromausfall in Teilen Berlins wurde die Energieversorgung wiederhergestellt. Weil sie gleichzeitig durch extrem frostige Temperaturen betroffen waren, waren diese Januar-Tage für viele Wärmepumpenbesitzer ein erster Härtetest – mit weitgehend unproblematischem Ausgang, wie eine Umfrage der SHT in der Branche ergab, auch wenn im Internet KI-generierte Bilder zu finden waren, bei denen lodernde Flammen aus Außenmodulen schlugen.

„Wärmepumpen explodieren nicht!“, hatte Viessmann in einer Mitteilung bereits klargestellt. Insbesondere bei Geräten mit Propan als Kältemittel sei jedoch nach einem Frostschaden eine gründliche Überprüfung notwendig. Das mechanisch, also auch bei Stromausfall arbeitende Schutzsystem sorge bei Geräten des Herstellers jedoch dafür, dass das Kältemittel bei Schäden am Kältekreis nicht ins Haus gelange, sondern in die Umwelt abgegeben werde. Auch Stiebel Eltron verwies auf diese Funktion seines Schutzsystems und empfahl ein ähnliches Vorgehen.

„Wir haben Kenntnis von lediglich drei Anlagen, bei denen ein durch Frost entstandener Schaden an einzelnen, leicht austauschbaren Komponenten aufgetreten ist“, so die Auskunft von Vaillant auf Anfrage der SHT. „In zahlreichen Fällen hat das Fachhandwerk Heizungsanlagen bereits zu Beginn des Stromausfalls entleert, bevor Schäden in der Gesamtanlage entstehen konnten.“

Dass der Stromausfall für Wärmepumpen-Betreiber so glimpflich verlief, überrascht das Unternehmen nicht. „Während der Entwicklungsphase durchlaufen alle Wärmepumpen zahlreiche Tests, die Funktionsfähigkeit und Sicherheit auch unter extremen Bedingungen, darunter langanhaltender Dauerfrost, sicherstellen“, betont Vaillant. „Die Tests gehen weit über die zulassungsrelevanten Vorgaben hinaus. Auch Störfälle wie Stromausfall in Verbindung mit langanhaltendem Frost werden dabei berücksichtigt. Relevante Kernkomponenten, darunter Wärmeaustauscher, werden mehrfach Einfrierungstests unterzogen, um die erforderliche Robustheit und Produktsicherheit zu gewährleisten. Damit sind Frostschäden bei Beachtung der Bedienungsanleitung an diesen Kernkomponenten ausgeschlossen.“

Auch Buderus hat keine Informationen, dass es im Zusammenhang mit dem Stromausfall in Berlin zu gravierenden Problemen bei seinen Wärmepumpen gekommen ist, erklärte ein Firmensprecher auf Anfrage der SHT. Ähnlich äußerte sich Nibe.

Die SHK Innung Berlin hat inzwischen überarbeitete Hinweise für die Wiederinbetriebnahme von Heizungen herausgegeben und schreibt darin „Wärmepumpen / Mono Block Systeme können hingegen nicht eigenständig wieder in Betrieb gehen. Hierzu brauchen Sie eine Begleitung durch den Fachbetrieb“. Die Innung rät dazu, Wärmepumpen vom Netz zu trennen, um ein automatisches Einschalten der eingefrorenen Anlage zu verhindern, nachdem der Strom wieder fließt.

„Insgesamt verlief die Wiederinbetriebnahme der Heizungen in Berlin weitgehend reibungslos“, bestätigt auch der Bundesverband Wärmepumpen e. V. (BWP). Allerdings seien „einzelne, zum Teil gravierende Schäden“ gemeldet worden, „insbesondere dort, wo das Heizungswasser während des Stromausfalls nicht abgelassen wurde“, teilte Peter Kuscher, Leiter Politische Kommunikation auf Anfrage der SHT mit. Die meisten Kunden hatten sich auf Anraten der SHK-Innung Berlin und der Senatsverwaltung während des Stromausfalls jedoch bei ihrem Fachbetrieb gemeldet, sodass präventive Maßnahmen getroffen und die Wärmepumpen noch rechtzeitig geschützt werden konnten. „Einzelne Hersteller haben sich proaktiv bei den Kunden gemeldet und konkrete Handlungsanweisungen unterbreitet“, so die Erfahrung.