Der Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) hat am Mittwoch im DIN-Gebäude in Berlin den Innovationsdialog „Barrierefreie und pflegegerechte Badgestaltung“ durchgeführt. Rund 40 Vertreterinnen und Vertreter aus Sanitärindustrie, Forschung, Pflegewirtschaft und Handwerk diskutierten über die wachsende Nachfrage nach barrierefreien und pflegegerechten Badausstattungen. Unterstützt wurde die Veranstaltung vom Verband der Deutschen Sanitärwirtschaft (VDS) und vom VDMA Fachverband Sanitärtechnik und -design.
Die Ausgangslage wurde in den Fachvorträgen deutlich: Über sieben Millionen Bäder in Deutschland sind nach Angaben des HVSHK dringend renovierungsbedürftig, 95 Prozent der Bevölkerung wünschen sich ein barrierearmes Bad, um im Alter selbstbestimmt leben zu können. Gleichzeitig werde die Zahl der Pflegebedürftigen bis 2040 auf rund acht Millionen steigen. Damit sei das Badezimmer ein Schlüsselort für Selbstständigkeit, Sicherheit und Hygiene – und zunehmend auch für die häusliche Pflege.
Das geschulte SHK-Handwerk verstehe sich als fachlicher Partner für die Umsetzung barrierefreier Bäder. Um die steigende Nachfrage decken zu können, brauche es jedoch „attraktive und nicht stigmatisierende Produkte aus der Industrie“, weshalb der ZVSHK den direkten Austausch mit den Herstellern suchte.
Mit seiner Denkfabrik „Badkomfort für Generationen“ realisiert der ZVSHK seit mehr als 15 Jahren Forschungsprojekte mit Hochschulen, Industrie und Pflegewirtschaft. Erste Ergebnisse seien bereits in Ausstellungen des Fachgroßhandels sichtbar. Mit Blick auf die ISH 2027 stellte der Verband neue Projektansätze vor und lud die Industrie ein, Teil des Forschungsnetzwerks zu werden.
Der Dialog mit der Industrie soll in den kommenden Monaten intensiviert werden. Im Nachgang der Veranstaltung sollen bilaterale Gespräche geführt und ein Innovationsfonds „Badkomfort für Generationen“ auf den Weg gebracht werden. Zudem lade der Verband die Hersteller ein, sich am Produkt-Award „Badkomfort für Generationen“ zu beteiligen, der auf der ISH 2027 verliehen wird.
Für das SHK-Handwerk eröffne der wachsende Markt eine große Chance, so Daniel Föst ist Hauptgeschäftsführer des ZVSHK. „Wir dürfen den Markt nicht nur beobachten – wir müssen ihn entwickeln“, forderte er.
