Zeitschrift für Planung, Berechnung und Ausführung
von sanitär-, heizungs- und klimatechnischen Anlagen.

Bahn frei für die Gebäudedigitalisierer der Zukunft

Die Auszubildenden werden in die moderne Messtechnik eingeführt. Bilde: Deumess e.V.

Mit einer gemeinsamen Praxiswoche hat der Deumess e.V. ein neues Trainingsprogramm für Auszubildende aus dem Messwesen gestartet. Vom 26. bis 30. Oktober kamen dafür 14 neue Auszubildende aus acht Mitgliedsunternehmen des Verbands erstmals in Rudolstadt zusammen. Unter dem Titel „Heute lernen, morgen Energiewende gestalten“ sollen sie während ihrer gesamten dreijährigen Lehrzeit eine unternehmensübergreifende Zusatzausbildung bekommen.

Messdienstleister erfassen mit spezieller Sensorik Energie- und Gebäudedaten und tragen so zur Digitalisierung von Wohn- und Gewerbeimmobilien bei. Damit liefern sie eine Datengrundlage, um den Energieverbrauch und CO2-Austoß zu verringern oder Gebäude effizienter zu managen. Einen speziellen Ausbildungsberuf für dieses Arbeitsfeld gibt es nicht. Das neue Programm von Deumess schließt diese Lücke und soll den jungen Menschen von Anfang an einen guten Start ins Berufsleben ermöglichen. Der Verband hat über 220 Unternehmen als Mitglieder, die mit ihrer Sensorik-Infrastruktur Verbrauchsdaten für Wärme, Strom und Wasser erheben und nutzbar machen.

„Submetering ist ein Arbeitsumfeld mit viel Potenzial, denn die Digitalisierung von Gebäuden und der effiziente Umgang mit Energie und Ressourcen werden immer relevanter“, sagt Michaela Jones aus dem Deumess-Vorstand. „Umso wichtiger ist es für uns als Verband, junge Menschen von Anfang an für dieses Arbeitsumfeld zu begeistern. Außerdem wollen wir die Qualität im Messwesen möglichst hochhalten. Das fängt bei den Mitarbeitenden an. Darum haben wir dieses Programm für unsere Mitglieder gestartet.“

In der Auftaktwoche lernten die Auszubildenden erste konkrete Abläufe und Zukunftsthemen speziell für den Messdienst kennen, und das in Theorie und Praxis. Dazu lernten sie unter anderem bei der Wohnungsgenossenschaft Rudolstadt eG kennen, welche Rolle Messtechnik in der Wohnungswirtschaft spielt und welche Aufgaben die kommunale Wärmeplanung mit sich bringt. Workshops zu Kommunikation, Kundenkontakt sowie zum Umgang mit Fehlern, Kritik und Konflikten bereiteten auf den Berufsalltag vor. Weitere Themen waren Social Media, KI und Datenschutz sowie eine Einführung in die Office-Programme Outlook, Word und Excel.

Die Auftaktwoche im Oktober war nur der erste Baustein einer strukturierten Zusatzausbildung über drei Lehrjahre hinweg. Bereits im ersten Lehrjahr folgen weitere Webinare zu den rechtlichen Grundlagen, vom Vertrags- und Mietrecht über das Wohnungseigentum bis zum Datenschutz. Im zweiten Lehrjahr erwartet die Teilnehmenden eine erneute Präsenzwoche zu Betriebskostenrecht, Heizkostenverordnung und Abrechnungen aus der Praxis. Hinzu kommen Technik-Webinare zu Zählern, Heizkostenverteilern, Gateways und Rauchwarnmeldern. Im dritten Lehrjahr schließlich runden Webinare zu Kundenkommunikation sowie zu Mess- und Eichrecht und angrenzenden Bereichen der Messdienstbranche, wie Mieterstrom und digitaler Heizungskeller, das Paket ab. Am Ende steht eine Prüfung, nach der die Teilnehmenden ein Zertifikat des Verbandes erhalten.

Teilnehmende und Verband selbst zog ein positives Fazit der ersten Veranstaltung: „Das war für uns ein toller gemeinsamer Start. Wir haben viel Spaß gehabt und auch viele Erfahrungen mitgenommen, wie unsere Azubis auf die Branche schauen und welche Wünsche sie für ihre berufliche Zukunft haben. Außerdem freue ich mich sehr, dass sich die Teilnehmenden gleich intensiv miteinander vernetzt haben“, resümiert Deumess-Vorständin Jones. „Darauf werden wir weiter aufbauen. So können wir dabei helfen, dass die Auszubildenden unserer Mitglieder die Zukunft des Messdienstes von Anfang an mitgestalten können – direkt an der Schnittmenge zwischen Energiesteuerung und Digitalisierung im Gebäude.“