Um die effiziente Nutzung von Energie ging es beim 24. Fachsymposium, zu dem das Pressebüro Waldecker über 30 Fachjournalisten am 21. September nach München eingeladen hatte: Gastgeber Hoval Deutschland und weitere Referenten aus Industrie und Handwerk zeigten, wie sich Wärme, Abwärme und Sonnenenergie im Kreislauf halten lassen.
Hoval entwickelt Energiezentrale
Wie sich dieser Systemgedanke technisch umsetzen lässt, zeigte Manfred Gerngroß, der Technische Leiter des Gastgebers Hoval, unter dem Titel „Heizen, Kühlen und Warmwasser mit Wärmepumpen“: Modular kombinierbare Bausteine lassen sich für Mehrfamilienhäuser, Gebäudenetze und Gewerbe passgenau kombinieren. „Die richtige Dimensionierung macht es aus“, brachte er das Prinzip Hybridsystem 3.0 auf den Punkt, bei der die Wärmepumpe die Grundlast deckt und ein fossiler Erzeuger nur die Spitzenlast übernimmt.
Anschließend kündigte er eine Weiterentwicklung des Systems zur Energiezentrale an. Ab April 2027 werden vorkonfigurierte „Energiezentralen“ erhältlich sein mit Leistungen von 25 kW bis zu 200 kW (4 Wärmepumpen à 50 kW). Sie sollen bei der Erweiterung oder Modernisierung bestehender Anlagen Planung, Installation und Betrieb vereinfachen. Ein Prototyp der Energiezentrale soll im November 2026 auf der Heatexpo zu sehen sein.
Niedrigtemperaturheizkörper ermöglichen Wärmepumpe im Bestand
Damit Wärme in Wohngebäuden auch im Bestand ankommt, braucht es passende Heizkörper, bei denen um jedes Watt gekämpft wird, wie Ismet Bajramovic, Key Account Manager bei der ECA Germany GmbH, an einem Praxisbeispiel aus Saarbrücken zeigte: In einer sanierten Bürogemeinschaft genügten den 23 wasserführenden Niedrigtemperaturheizkörpern vom Typ X-Air eine Vorlauftemperatur von 35 °C, wo zuvor 55 °C Vorlauftemperatur für angenehme Raumwärme nötig war. Optisch von herkömmlichen Radiatoren kaum zu unterscheiden, verteilen sie Wärme über einen leisen integrierten Lüfter aktiv im Raum. Dank der vorhandenen Sockelleitung konnten sie unkompliziert montiert werden. Für die Ventilatoranschlüsse genügten haushaltsübliche Steckdosen.

So ließ sich eine 70-kW-Ölheizung durch eine 22-kW-Luft-Wasser-Wärmepumpe ersetzen, ohne dass für eine Fußbodenheizungsinstallation ein Umzug von 15 Büros und Lagerräumen erforderlich geworden wäre. Ergänzt wird das Versorgungssystem durch eine 85-kWp-PV-Anlage, 60-kWh-Batteriespeicher, 500-l-Pufferspeicher und dezentrale Durchlauferhitzer fürs Warmwasser. In den ersten 19 Betriebsmonaten deckte die Anlage fast 80 % des Wärmebedarfs aus eigener Produktion.
PVT in Kombination mit Wärmepumpe
Dipl.-Ing. Frank Draber, Atec-Vertriebsleiter Commercial West lieferte mit photovoltaisch-thermischen Kollektoren (PVT) einen weiteren Baustein für solche Systeme: Der PVT-Autark-Kollektor erreicht einen zertifizierten Gesamtwirkungsgrad von 89 % (PV: 18 %, Warmwasser: 71%) bei Vorlauftemperaturen von 70 bis 80 °C, der PVT-Sole-Kollektor ermöglicht in Kombination mit einer Wärmepumpe einen Betrieb rund um die Uhr – ganz ohne Erdsonden.

Abwärmenutzung in industriellen Systemen
Dass Energie nicht nur effizient erzeugt, sondern auch zurückgewonnen werden kann, machte Thomas Roßmann deutlich, Vertriebsleiter Kutzner + Weber/NET/Bomat der Raab-Gruppe: 20 bis 50 % der Brennstoffenergie verlassen viele industrielle Prozesse noch immer ungenutzt über das Abgas. NET und Bomat liefern dafür die vormontierten Plug-and-play-Systeme Skid, deren Bandbreite von 250 kW bis 4 MW reicht.

