Zeitschrift für Planung, Berechnung und Ausführung
von sanitär-, heizungs- und klimatechnischen Anlagen.

SHK-Betriebe auf der Einkaufsliste

In Feierlaune bei der Firmenübernahme im Dezember 2025 als erster Bestandteil der Hohster Energy GmbH von links: Martina und Jürgen Hohnen (Jürgen Hohnen GmbH) sowie Christoph Blepp und Patrick Seidler (S&B Capital). Bild: S&B Strategy

Mit der im Juli 2026 gegründeten Hohster Energy GmbH baut S&B Capital eine Unternehmensgruppe für Gebäude- und Energietechnik auf. Die ersten Unternehmen der Gruppe sind die Jürgen Hohnen GmbH aus Heinsberg und die Schuster GmbH aus Iserlohn. Beide Betriebe wurden im Dezember 2025 übernommen. Gemeinsam beschäftigen sie rund 100 Mitarbeitende und erzielten 2025 einen Umsatz von rund 12 Millionen Euro. Der Namensbestandteil Hohster der neu gegründeten Gesellschaft erinnert an diese ersten beiden Zukäufe (Hohnen und Schuster).

Ziel von Hohster Energy sei, eigenständige SHK-Betriebe in regionalen Clustern zu bündeln. Die Unternehmen behalten ihre Namen, lokalen Ansprechpartner und Geschäftsführungen. Zentral aufgebaut werden Funktionen wie Vertrieb, Marketing, Personal und IT sowie gemeinsame Systeme und eine einheitliche Unternehmenssteuerung. Das gemeinsame Leistungsangebot umfasst Sanitär, Wärme und Kälte sowie Elektro und Smart Home als auch Wärmepumpen, Photovoltaik, Stromspeicher und Energiemanagement.

„Für mich war entscheidend, eine langfristige Perspektive für Hohnen zu schaffen und gleichzeitig das zu erhalten, was unser Unternehmen auszeichnet. Unsere Kunden behalten ihre Ansprechpartner und unser Team bleibt vor Ort“, sagt Jürgen Hohnen, Geschäftsführer der Jürgen Hohnen GmbH. „Durch die Gruppe erhalten wir zusätzliche Strukturen und Unterstützung, die uns im Tagesgeschäft entlasten und neue Entwicklungsmöglichkeiten eröffnen.“

Auch bei Schuster bleibe die regionale Marke und die Nähe zu Kunden und Mitarbeitenden bestehen. Verändern sollen sich vor allem die Strukturen im Hintergrund. Dazu zählen einheitliche digitale Systeme und Prozesse, zusätzliche Mitarbeiter-Benefits sowie der Ausbau von Service- und Wartungsangeboten. „Die Anforderungen an SHK- und Gebäudetechnikbetriebe werden komplexer. Digitalisierung, Personalgewinnung und das Zusammenspiel verschiedener Gewerke spielen eine immer größere Rolle.“, sagt André Laucht, Geschäftsführer der Schuster GmbH. „In der Gruppe können wir diese Themen gemeinsam angehen und gleichzeitig unsere regionale Identität und Kundennähe bewahren.“

Von links: Christoph Blepp und Patrick Seidler von der S&B Capital sowie André und Sandra Laucht von der Schuster GmbH. Bild: S&B Strategy
Ebenfalls bei der Firmenübernahme im Dezember 2025 als zweiter Bestandteil der Hohster Energy GmbH von links: Christoph Blepp und Patrick Seidler von der S&B Capital sowie André und Sandra Laucht von der Schuster GmbH. Bild: S&B Strategy

Weitere Zukäufe und organisches Wachstum geplant

S&B Capital hält 100 Prozent der Anteile an den beiden Unternehmen. Die bisherigen Eigentümer bleiben über Earn-Out-Regelungen und operative Übergangsrollen eingebunden. Die Weiterentwicklung der Betriebe begleitet S&B Capital seit Anfang 2026. Dazu gehören unter anderem Projekt- und Integrationssteuerung, operative Wertsteigerungsmaßnahmen sowie die Suche und Integration weiterer Unternehmen.

„Mit Hohster Energy wollen wir erfolgreiche regionale Handwerksbetriebe stärken, ohne sie zu vereinheitlichen oder zentral ins Tagesgeschäft einzugreifen.“, sagt Christoph Blepp, Managing Partner von S&B Strategy und Mitgründer von S&B Capital, der Investmentplattform der auf Bau und Infrastruktur spezialisierten Strategie- und M&A-Beratungsfirma S&B Strategy. Ein zentrales Ziel sei dabei, durch einheitliche Systeme deutlich mehr Datentransparenz zu schaffen und damit eine bessere Grundlage für Steuerung und Wachstum zu schaffen. Gemeinsame Strukturen sollen dort entstehen, wo sie einen konkreten Mehrwert schaffen, etwa bei Personal, Vertrieb, IT und Steuerung. Die Marke, das operative Know-how und die Kundennähe bleiben dagegen bewusst in den einzelnen Betrieben.

Hohster Energy soll sowohl durch weitere Übernahmen als auch organisch wachsen. Geplant sind derzeit rund ein bis zwei zusätzliche Akquisitionen pro Jahr. Im Fokus stehen etablierte SHK- und Gebäudetechnikbetriebe, zunächst insbesondere in Nordrhein-Westfalen und im Rhein-Main-Gebiet. Parallel sollen Mitarbeiterzahl, Umsatz sowie Service- und Wartungsgeschäft der bestehenden Betriebe ausgebaut werden.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Unternehmensnachfolge. Hohster Energy will Unternehmern eine Möglichkeit bieten, ihre Nachfolge oder ihren Exit zu regeln und zugleich regionale Marken, Arbeitsplätze und Kundenbeziehungen langfristig zu erhalten.