Frauscher Motors hat eine Versuchs- und Demonstrationsanlage vorgestellt, die aus einem Pelletkessel mithilfe eines integrierten Stirling-Generators Strom und Wärme erzeugen und so Nachhaltigkeit mit Versorgungssicherheit verbinden soll. Ein entsprechend adaptierten Pelletkessel sei bereits Ende März 2026 in Betrieb genommen worden. Zielgruppe für ein solches Mikro-BHKW seien unter anderem Eigenheimbesitzer, die in den Wintermonaten fehlende Photovoltaik-Energie ergänzen wollen.
Allerdings weist der österreichische Hersteller darauf hin, dass sich seine Mitteilung nicht als Produktankündigung verstehe, sondern sich an Hersteller von Biomassekesseln richte, um gemeinsame Projekte zur Abstimmung der Feuerung auf die Anforderungen der Wärmemotoren zu starten. Das Unternehmen bietet dazu die Generatormodule Gen70xx mit 1,0 kW elektrischer und 3 kW thermischer Leistung einschließlich Zubehör an. Ab Spätherbst sollen Generatormodule mit 5 kWel verfügbar sein, die bereits jetzt auf den Prüfständen im Dauerbetrieb getestet werden. Die neuen Generatoren seien neben dem Einsatz in Pelletsfeuerungen auch für Hackschnitzelfeuerungen vorgesehen.
Frauscher rät allerdings „nachdrücklich“ davon ab, bestehende Pellet- oder Holzvergaserheizungen mit dem Generator nachzurüsten, weil dabei der Konformitätsstatus verloren gehen könne und Auswirkungen auf die Abgasqualität zu erwarten seien bis hin zur Gefahr von „Verpuffungen oder Bränden“.
Ein Vierteljahrhundert Entwicklung
Das Unternehmen aus St. Marienkirchen bei Schärding widmet sich nach eigenen Angaben bereits seit 2001 der Anwendung seiner Generatoren in einer Biomassefeuerung. Als technische Hürde erwiesen sich die Eigenheiten einer Biomassefeuerung, die nur schwer mit den Anforderungen einer standardisierten Wärmemaschine in Einklang zu bringen waren, etwa die Aschefracht in den Rauchgasen, der hohe Modulationsbereich moderner Heizkessel und die Beherrschung von Hochtemperaturkorrosion.
Für einen zuverlässigen Betrieb entscheidend gewesen sei die Einrichtung einer automatischen Reinigung der Wärmetauscher-Flächen im Zusammenwirken mit einer Leistungsmaximierung (MPP-Tracking) für die höchstmögliche elektrische Energieernte aus dem jeweiligen Wärmeangebot der Feuerung. Im Hinblick auf einen wirtschaftlichen Betrieb seien die Stirling-Generatormodule bereits auf ein Wartungsintervall von 10.000 Stunden Betriebszeit getrimmt worden.
