Das PropTech-Unternehmen Metr, das Technologie für die Immobilienwirtschaft („Property Technology“) anbietet, hat einen Meilenstein erreicht: Die Plattform kann mittlerweile mehr als 200 unterschiedliche Heizungsregler von verschiedenen Herstellern digital anbinden und optimieren. Anders als klassische Retrofit-Ansätze integriert das Berliner Unternehmen nach eigenen Angaben die vorhandene Regelungstechnik direkt in die digitale Betriebsoptimierung – und mache damit auch ältere Bestandsanlagen intelligent steuerbar.
„Deutschlands Heizungskeller sind ein Spiegel des Gebäudebestands: alt, heterogen und kaum digitalisiert“, sagt Metr-CEO Dr. Franka Birke. Effizienzpotenziale schlummern in Millionen bestehender Anlagen, aber die Steuerungstechnik im Gebäudebestand stelle eine besondere Herausforderung dar. Neben gängigen Systemen großer Hersteller wie Viessmann, Buderus oder Vaillant gibt es eine Vielzahl älterer oder firmenspezifischer Regler. Dazu zählen beispielsweise Systeme wie der Samson Trovis 5431 und 5433 aus den späten 1990er-Jahren oder Regin-/R+S-Regler der RU5-Generation aus den frühen 2000er-Jahren. Viele dieser Systeme verfügen über keine dokumentierten Schnittstellen. Die älteste von Metr angebundene Anlage stammt aus dem Jahr 1983 und war ursprünglich nicht für eine digitale Steuerung vorgesehen.
„Unterschiedliche Hersteller und Jahrzehnte an Gerätegenerationen machen eine einheitliche Digitalisierung extrem anspruchsvoll“, erklärt Metr-CTO Maximilian Thumfart. „Wir arbeiten mit völlig unterschiedlichen Regelungslogiken, proprietären Bussystemen und historisch gewachsenen Steuerungsarchitekturen.“ Die Herausforderung bestehe darin, diese Systeme nicht nur auszulesen, sondern sie tatsächlich digital steuer- und optimierbar zu machen.
Um diese Vielfalt abzubilden, habe Metr über Jahre hinweg eine umfassende technologische Basis aufgebaut. Die direkte digitale Anbindung von über 200 verschiedenen Heizungsreglern ermögliche erstmals eine skalierbare Digitalisierung heterogener Bestandsanlagen – ohne die bestehende Regelungstechnik vollständig austauschen zu müssen.
Auch ein kompletter Austausch der Heizsysteme sei kurzfristig oft keine realistische Option: hohe Investitionskosten, regulatorische Unsicherheiten und lange Modernisierungszyklen bremsen die Transformation. Metr setze deshalb auf die Optimierung bestehender Anlagen. Durch effizientere Betriebsführung könne bis zu 25 Prozent Energie und CO₂ eingespart werden. Gerade im Bestand liege hier ein großer Hebel: Rund 90 Prozent des Energieverbrauchs von Wohngebäuden entfallen auf Raumwärme und Warmwasser.
