Wenn Pelletkunden nach dem Winter üblicherweise ihre Lager auffüllen, treten vereinzelt betrügerische Online-Shops und Fälle von Markenmissbrauch rund um die ENplus-Zertifizierung auf, warnt das Deutsche Pelletinstitut (Depi). Die Täter setzen dabei zunehmend auf täuschend echte Internetauftritte: Sie kopieren Webseitenauftritte von etablierten Pellethändlern oder nutzen Postanschriften, die eine Nähe zum Depi nahelegen.
Das Unternehmen rät daher, nur bei lokalen oder regionalen ENplus-Pelletlieferanten zu kaufen. Das ENplus-Zertifizierungsprogramm stehe seit 2010 für Qualität, Transparenz und Verbraucherschutz beim Heizen mit Holzpellets. Um dieses Vertrauen zu sichern, verfolge das DEPI als Markeninhaber jede unrechtmäßige Nutzung des ENplus-Zeichens.
Aktuelle Betrugsmaschen
Einzelne aktuelle Fälle zeigen nach Angaben des Unternehmens, dass Fake-Shops mitunter professionell gestaltet sind – samt positiven Kundenbewertungen und irreführenden Preisdiagrammen. Neben nachgeahmten Webseiten und Logos werben die Anbieter häufig mit besonders günstigen Preisen und drängen auf schnelle Bezahlung – meist per Vorkasse. Die bestellte Ware werde anschließend nicht geliefert.
Parallel dazu nutzen auch nicht zertifizierte Händler das ENplus-Zeichen, um seriös zu wirken. Gerade im Frühjahr und Sommer, wenn viele Verbraucher ihre Pelletlager auffüllen, steige das Risiko solcher Betrugsversuche.
Das Depi gehe den Verdachtsfällen nach – von gefälschten Zertifikaten über Logo-Kopien bis hin zu Fake-Webseiten. „Unser Ziel ist es, Verbraucher vor Schaden zu schützen und Vertrauen zu schaffen“, erklärt Depi-Referent Matthias Joachim. Unternehmen, die das ENplus-Zeichen unrechtmäßig verwenden, werden öffentlich gemacht, sofern sie nicht kooperieren und unzulässige Inhalte entfernen.
Neben der internationalen Sperrliste des European Pellet Council (EPC) führt das Depi auch eine eigene nationale Sperrliste, auf der alle in Deutschland bearbeiteten Fälle von Markenmissbrauch einsehbar sind. Die Übersicht diene dem Verbraucherschutz und helfe, unseriöse Anbieter frühzeitig zu erkennen. Verstöße im Ausland werden zudem an den internationalen ENplus-Lizenzgeber Bioenergy Europe weitergeleitet, um auch grenzüberschreitend gegen Betrug vorzugehen.
Verbraucher können einen Betrugsverdacht direkt an das Depi melden. Grundsätzlich empfehle es sich, Anbieter sorgfältig zu prüfen. Insbesondere sollten Internetadressen und Kontaktdaten genau kontrolliert werden. Bei ungewöhnlich günstigen Angeboten ist Vorsicht geboten, ebenso wenn ausschließlich Vorkasse als Bezahloption angeboten wird.
Wer als Käufer ganz sicher gehen möchte, kann über die Depi-Webseite gezielt nach zertifizierten Händlern suchen. So lässt sich schnell überprüfen, ob es sich um einen offiziell gelisteten Anbieter handelt.
