Die Anforderungen an Kälte-Klima-Fachbetriebe steigen seit Jahren: strengere Umweltauflagen, komplexere technische Normen, wachsende Dokumentationspflichten und ein zunehmender Bedarf an qualifizierten Nachweisen gegenüber Kunden und Behörden. In diesem Umfeld will die Überwachungsgemeinschaft Kälte- und Klimatechnik e. V. (ÜWG) Mehrwert bieten. Eine Mitgliedschaft sei weit mehr als ein formaler Eintrag, nämlich Qualitätsversprechen und strategischer Vorteil für Fachbetriebe.
Die ÜWG ist eine staatlich anerkannte Überwachungsgemeinschaft nach der AwSV (Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen). Mitgliedsbetriebe erhalten ein offizielles Zertifikat als überwachter Fachbetrieb nach Wasserhaushaltsgesetz (WHG). Dieses Zertifikat ist in vielen Bereichen der Kälte- und Klimatechnik unverzichtbar, etwa beim Umgang mit wassergefährdenden Stoffen oder bei Arbeiten an Anlagen, die unter die AwSV fallen. Für Auftraggeber – insbesondere Industrie, Gewerbe und öffentliche Hand – ist dieses Zertifikat ein Nachweis für Kompetenz und Rechtssicherheit.
Die ÜWG führt turnusmäßige Überwachungen durch, bei denen Ausrüstung, Qualifikation, Dokumentation und betriebliche Abläufe geprüft werden. Diese externe Kontrolle stärke das Vertrauen von Kunden, Behörden und Versicherern und zeige, dass der Betrieb dauerhaft hohe Standards einhält. Für viele Unternehmen sei dies ein entscheidender Wettbewerbsvorteil, da sie sich klar von nicht überwachten Betrieben abheben.
Mitgliederversammlung der ÜWG Kälte- und Klimatechnik
Geschäftsführer Karl-Heinz Thielmann konnte in diesem Zusammenhang in Wachtberg bei Bonn Positives vermelden, wo sich die Mitglieder der ÜWG Kälte- und Klimatechnik am 5. Mai 2026 zu ihrer jährlichen Mitgliederversammlung trafen: Im Jahr 2025 wurden 98 Betriebe geprüft. Dabei gab es – wenn überhaupt – nur geringfügige Mängel (z. B. fehlende Fortbildung), die schnell abgestellt werden konnten.
Die Organisation bietet ein breites Spektrum an Schulungen an, das speziell auf die Bedürfnisse der Kälte und Klimabranche zugeschnitten ist, beispielsweise Sachkundeschulungen, Seminare zu Umwelt- und Arbeitsschutz und Fortbildungen zu aktuellen gesetzlichen Änderungen. Damit können Mitgliedsbetriebe up-to-date bleiben – ein wichtiger Faktor in einer Branche, die sich technisch und regulatorisch schnell weiterentwickelt.
2025 fanden zwölf Seminare statt, die von Mitgliedern der technischen Leitung der ÜWG durchgeführt wurden. Insgesamt 238 Teilnehmer nutzten die Gelegenheit, sich auf den neuesten Stand der Dinge zu bringen. Bei der Durchführung der Seminare gebe es traditionsgemäß eine enge Zusammenarbeit mit den Kälte-Fachschulen in Deutschland. Hierbei werden auch Techniker und Meister frühzeitig über die wichtigen Themen informiert.
Unterstützung bei Umwelt- und Arbeitsschutz
Die ÜWG begleitet ihre Mitglieder bei der Umsetzung gesetzlicher Vorgaben, etwa:
- Umgang mit wassergefährdenden Stoffen
- Gefahrstoffmanagement
- Dokumentationspflichten
- Qualitätsmanagement
- Arbeitssicherheit
Diese Unterstützung hilft Risiken zu reduzieren, Bußgelder zu vermeiden und kann für reibungslose Betriebsabläufe sorgen. Mitgliedsbetriebe können vom Austausch mit anderen Fachfirmen, Sachverständigen und Prüfern profitieren. Dieses Netzwerk will praxisnahe Lösungen, Kontakte und einen direkten Zugang zu Expertenwissen liefern.
Rechtssicherheit in Zeiten ständiger Gesetzesänderungen
Ob F-Gase Verordnung, PFAS-Regulierung, AwSV-Anforderungen oder neue Umweltstandards – die ÜWG Kälte- und Klimatechnik sieht ihre Aufgabe darin, ihre Mitglieder frühzeitig und verständlich über relevante Änderungen zu informieren. Das gebe Planungssicherheit und schütze vor ungewollten Verstößen.
Von Geschäftsführer Karl-Heinz Thielmann wurden im vergangenen Jahr zahlreiche Branchentermine wahrgenommen – zum Teil in seiner Doppelfunktion als VDKF-Präsident. Die Mitglieder haben dadurch aber den Vorteil, dass sie auch über Branchenevents informiert werden, die üblicherweise nicht auf der Tagesordnung eines Verantwortlichen stehen würden.
Neben den Informationen von Karl-Heinz Thielman gab es bei der Versammlung in Wachtberg außerdem zwei Vorträge zu den oben genannten Themen. Der Obmann des Überwachungsausschusses Meinolf Gringel berichtete über sicherheitstechnische Aspekte beim Umgang mit brennbaren Kältemitteln, und VDKF-Sprecher Christoph Brauneis informierte über wichtige Änderungen bei Gesetzen, Verordnungen und Richtlinie auf nationaler und europäischer Ebene.
Wiederwahl der Vorstandsmitglieder
Eine Mitgliedschaft in der ÜWG Kälte- und Klimatechnik kann Fachbetrieben Vorteile bieten wie, Rechtssicherheit, Qualitätsnachweise, fachliche Unterstützung, Weiterbildungsmöglichkeiten, ein anerkanntes Gütesiegel und ein Netzwerk.
In einer Branche, die hohe technische Kompetenz und strikte Einhaltung gesetzlicher Vorgaben verlangt, sei die ÜWG ein verlässlicher Partner, der Betriebe stärke und ihre Wettbewerbsfähigkeit verbessere. Zur Verlässlichkeit zähle auch, dass sich in der ÜWG Branchenexperten mit langjähriger Erfahrung engagieren. Passend hierzu wurden bei den anstehenden Wahlen die ÜWG-Vorstandsmitglieder Thomas Kleinehr und Olaf Baus ohne Gegenstimme wiedergewählt.
