Zeitschrift für Planung, Berechnung und Ausführung
von sanitär-, heizungs- und klimatechnischen Anlagen.

Übergreifende Fachmesse für die Hauptstadt

Die Fachmesse Gedatec (hier ein Poster-Ausschnitt) wird vom 13. bis 15. Oktober 2026 in sechs Hallen der Messe Berlin stattfinden. Bild: Messe Berlin

Gerade erst haben die Messen in Essen und Nürnberg gezeigt, wie wichtig der direkte Austausch an Orten ist, die fokussiert die neuesten Produkte live erlebbar machen und helfen, Netzwerke auf kurzem Weg zu intensivieren. Auch die Metropolregion Berlin-Brandenburg braucht eine solche Regionalmesse, heißt es bei der SHK Innung Berlin.

Aus den Fachmessen Bautec, Belektro und SmartHK (Fachmesse für intelligente Gebäudetechnik) geht in Berlin im Herbst das neue Format der Fachmesse Gedatec hervor, die moderne Gebäudetechnik erstmals gewerkeübergreifend darstellen will. Elektro, SHK und Dachdecker sollen unter der gemeinsamen Marke zusammenrücken und eine Plattform für den Dialog zwischen den Gewerken bilden, der auf Baustellen, in der Aus- und Weiterbildung und in Firmen längst Alltag sei. Denn die großen Generationenaufgaben wie Energiewende, Digitalisierung oder Gebäudesanierung sind nicht von Einzelgewerken zu bewältigen, sondern erfordern das Ineinandergreifen ihrer jeweiligen Kompetenzen.

Die Gedatec soll den notwendigen Dialograum bieten, um Schnittstellen besser aufeinander abzustimmen. „Wir wollen alle Akteure daran beteiligen, diese neue Messe zu einer erfolgreichen Marke zu machen und zu einer Konstante im regionalen Messekalender“, erklären Obermeister Andreas Schuh und Landesinnungsmeister Norbert Band.

Das Messekonzept

Die Fachmesse findet vom 13. bis 15. Oktober 2026 in sechs Hallen der Messe Berlin statt. Parallel wird im Marshall-Haus die Solarcity-Konferenz ausgerichtet, um die Gedatec als zentralen Treffpunkt der Energiewende in der Region zu positionieren.

Mit ihrem Gemeinschaftsstand wollen die Innung SHK Berlin und der Fachverband SHK Land Brandenburg dabei wie auf früheren Messen das kommunikative Zentrum der SHK-Halle mit thematischen Beratungstischen und Catering-Bereich stellen. Auf den Aussteller-Ständen werden die neuesten Produkte aus Baddesign, moderner Sanitärtechnik, Wärmeerzeugung – mit Fokus auf Wärmepumpen, Photovoltaik und Solarthermie –, Energiesysteme, Raumlufttechnik, Brandschutz, Ofentechnik und Klempnerhandwerk vertreten sein. Einen zentralen Schwerpunkt bilden ebenso Smart-Home-Systeme, Energiespeicher, digitale Steuerungssysteme sowie vernetzte Gebäudetechnik, die die fortschreitende Elektrifizierung des SHK-Handwerks widerspiegeln.

Ein Fachforum bietet an allen drei Messetagen Vorträge zu aktuellen technischen Anwendungen und soll auch politische Entwicklungen zum Gebäudemodernisierungsgesetz einordnen. Ergänzt wird das Programm durch einen Branchenabend von Innung und Fachverband SHK, der Raum für Austausch und Vernetzung schaffe.

Besonders im Fokus stehe der Nachwuchs: In der Werkstattstraße können Auszubildende neueste Technik ausprobieren und direkt mit der Industrie in Kontakt treten. Gemeinsam mit dem VdZ Wirtschaftsvereinigung Gebäude und Energie e. V. präsentieren zudem junge Unternehmen in einer Start-up-Area ihre KI-Innovationen, Tools und Software.

Eine „Vernetzt Euch“-Loungebietet Raum für kleinere Meetings, Talks und spontane Begegnungen. Hier organisiert unter anderem das Netzwerk „Frauen in der Gebäudetechnik“ ein Treffen für Frauen aus den drei beteiligten Gewerken und sendet damit ein Signal für Diversität und Sichtbarkeit in der Branche.

Geführte Rundgänge, Formate zum Austausch mit der Politik sowie eine cross-mediale Begleitung über die Social-Media-Kanäle der Messe und der Verbände sollen für zusätzliche digitale Reichweite sorgen.

Mehr als ein Schaufenster für Produkte

Regionalmessen nehmen eine Schlüsselrolle ein, wenn sich Märkte neu ordnen und technologische Entwicklungen rasant voranschreiten, weil sie etwas bieten, was digitale Formate schlicht nicht leisten, heißt es bei der SHK Innung Berlin: echte Nähe. Fachhandwerker treffen hier genau die Ansprechpersonen aus Industrie und Großhandel, die sie kennen und zu denen es eine vertrauensvolle Bindung gibt. Umgekehrt treffen Aussteller ihre Kundinnen und Kunden aus der Region. Außerdem ermöglichen Regionalmessen einen niedrigschwelligen Zugang zu Innovationen und Trends, ohne lange Anreisen oder hohe Kosten.

Die Gedatec wird mehr sein als ein Schaufenster für Produkte: Sie soll ein Knotenpunkt für Wissenstransfer und strategische Zukunftsfragen werden und versteht sich als Schnittstelle zwischen Industrie, Handwerk, Politik und Planung und als Bühne für Technologien, die Gebäude effizienter, vernetzter und klimafreundlicher machen sollen. Die Branche kann hier zeigen, wie sich Arbeitsprozesse im Handwerk verändern und dieser Wandel sich gemeinsam gestalten lässt. Namhafte Hersteller, Großhandler und Verbände aller drei Gewerke präsentieren sich gemeinsam und machen sichtbar, wie stark Innovation und Vernetzung sind.

Berlin kann damit wieder zum Treffpunkt einer Branche werden, die vor enormen Aufgaben steht: Wärmewende, Sanierungsstau, digitale Transformation, Fachkräftemangel, unklare gesetzliche Rahmenbedingungen, steigende Anforderungen an Energieeffizienz bei gleichzeitigen Energieabhängigkeiten und geopolitische Umbrüche. Die Gedatec will nicht nur Produkte zeigen, sondern Diskurse anstoßen, Orientierung geben und Innovationen greifbar machen, so die Veranstalter. Die Botschaft soll lauten: Die Zukunft der Gebäudetechnik entsteht nicht im Alleingang, sondern dort, wo Gewerke zusammenkommen, Wissen geteilt wird und Verzahnung entstehen.

Ein erstes Poster für die Gedatec 2026. Bild: SHK Innung Berlin
Ein erstes Poster für die Gedatec 2026. Bild: SHK Innung Berlin