Die wirtschaftliche Lage im SHK-Handwerk kippt laut einer Konjunkturumfrage des Zentralverbands Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) weiter in Richtung Abschwung. Zwar bewerten die rund 1.690 befragten Innungsbetriebe die aktuelle Geschäftslage mit einem Indikator von +36,4 Prozent noch positiv, doch dieser Wert sinke weiter.
Gleichzeitig bleiben die Erwartungen für die kommenden Monate klar im negativen Bereich (-7,4 Prozent), so das Ergebnis der Umfrage. Besonders deutlich sei die Entwicklung beim Auftragsbestand abzulesen: Mit durchschnittlich 11,5 Wochen liegt er rund vier Wochen unter dem Vorjahresniveau. Auch bei den Umsätzen zeige sich ein klarer Abwärtstrend – nur noch etwa 14 Prozent der Betriebe berichten von Zuwächsen, während rund ein Drittel Rückgänge verzeichnet.
ZVSHK-Präsident Michael Hilpert bewertet die Lage kritisch: „Weniger Aufträge, rückläufige Umsätze und pessimistische Erwartungen sind keine Momentaufnahme mehr, sondern ein Trend. Unsere Betriebe halten das System aktuell noch am Laufen – aber auf Verschleiß.“
Das SHK-Handwerk lebe von seiner Substanz. Rund 44 Prozent der Betriebe arbeiten zwar weiterhin an oder über der Kapazitätsgrenze, doch die Auslastung nimmt laut der Befragung insgesamt ab. Gleichzeitig stagniere die Beschäftigung, ein spürbarer Aufbau finde nicht mehr statt.
Dass nur noch 48,8 Prozent der Betriebe offene Stellen melden, sei dabei kein Entspannungssignal, sondern Ausdruck der nachlassenden Nachfrage. Das SHK-Handwerk bleibe zudem stark vom Sanierungsgeschäft abhängig: Über 83 Prozent des Umsatzes werden im Bestand erwirtschaftet. Genau hier fehle es jedoch zunehmend an Investitionsimpulsen.
Michael Hilpert sieht die Ursachen vor allem in fehlender Verlässlichkeit der politischen Rahmenbedingungen, hoher Bürokratie und anhaltender Verunsicherung bei Investoren und privaten Haushalten. Ohne klare, einfache und langfristig stabile Regeln werde die Modernisierungsdynamik weiter nachlassen.
