Zeitschrift für Planung, Berechnung und Ausführung
von sanitär-, heizungs- und klimatechnischen Anlagen.

Neues Pellets-Gütezeichen der RAL

RAL-gütegesicherte Pellets sollen strengere Qualitäts-, Rohstoff- und Nachhaltigkeitsvorgaben als übliche Standards erfüllen. Bild: Gütegemeinschaft Climate Premium Pellets (CPP)

Holzpellets gehören seit Jahren zu den beliebtesten Heizalternativen für alle, die unabhängig von fossilen Energieträgern werden und ihre Heizkosten im Blick behalten wollen. Die kleinen Presslinge aus Sägemehl und Holzspänen können als lagerfähiger und kosteneffizienter Energieträger eine Rolle beim Umstieg auf erneuerbare Energien spielen. Die RAL-Gütegemeinschaft hat nun das RAL-Gütezeichen „Climate Premium Pellets“ vorgestellt. Damit soll beim Kauf von Pellets leichter erkennbar sein, welche Angebote besonders nachhaltig produziert wurden.

Das CPP garantiere eine besonders hohe Produktqualität sowie eine ressourcenschonende und regionale Herstellung der Pellets. Die Anforderungen liegen laut RAL in vielen Punkten über dem Niveau der Eigenschaftsklasse A1 der international gültigen Norm DIN EN ISO 17225 2 für Holzpellets und gewährleisten eine zuverlässige, emissionsarme Verbrennungsqualität.

Der Einsatz hochwertiger gütegesicherter Pellets ermögliche einen effizienten und störungsfreien Heizungsbetrieb. Die Pellets verbrennen sauber und dank der geringen Asche- und Staubanteile wird die Technik geschont und der Wartungsaufwand reduziert, so die Gütegemeinschaft. Die hohe Produktqualität werde durch fortlaufende interne Kontrollen, externe Laboranalysen und regelmäßige unabhängige Audits abgesichert.

Climate Premium Pellets werden umwelt- und klimaschonende erzeugt, heißt es bei dem Herausgeber des Gütezeichens. Demnach werden sie in der Regel aus chemisch unbehandelten Reststoffen der Säge- und Holzindustrie oder anderer holzverarbeitender Betriebe hergestellt. In Einzelfällen kommen zudem in geringem Umfang forstwirtschaftliche Reststoffe zum Einsatz, die sich nicht für höherwertige Holzprodukte eignen.

Sägemehl und Holzspäne fallen in Sägewerken sowie in Brettsperrholz , Brettschichtholz  oder Hobelwerken in großen Mengen an und werden meist direkt vor Ort oder in räumlicher Nähe zu Pellets gepresst. So lassen sich weitere Transportwege und damit verbundene Emissionen vermeiden.

Das Material müsse zudem den Grundsätzen des Sure-Systems (Sustainable Resources Verification Scheme) für Biomasse entsprechen, das Nachhaltigkeitskriterien entlang der gesamten Wertschöpfungskette definiere. Neben der Produkt- und Rohstoffqualität müssen auch Kriterien zur Regionalität, zur effizienten Nutzung von Ressourcen und zur Verbesserung der Treibhausgasbilanz erfüllt werden. Diese werden nach Angaben der RAL-Gütegemeinschaft im Rahmen des Sure-EU-Systems über zusätzliche Vorgaben überprüft und dienen dazu, kurze Transportwege, eine möglichst klimafreundliche Produktion und einen insgesamt sehr niedrigen CO₂-Fußabdruck sicherzustellen.

Die Herstellung der Pellets sei ebenfalls auf Klimaschutz ausgelegt: So werde die Prozesswärme für die Trocknung des Rohmaterials überwiegend in eigenen Biomasseheizkraftwerken direkt am Standort erzeugt. Aus Reststoffen wie Waldrestholz, Rinde, Landschaftspflegematerial oder Kapphölzern werden in einem Kraftwärmekopplungsprozess erneuerbarer Strom und Wärme produziert.

„Climate Premium Pellets erfüllen strengere Qualitäts-, Rohstoff- und Nachhaltigkeitsvorgaben als übliche Standards“, erklärt Julia Möbus, Geschäftsführerin der RAL-Gütegemeinschaft. Das Gütezeichen stehe damit für regional hergestellte Pellets aus unbehandelten Reststoffen mit nachgewiesen guter Klimabilanz.