Zeitschrift für Planung, Berechnung und Ausführung
von sanitär-, heizungs- und klimatechnischen Anlagen.

Trittin feiert Erneuerbare als Freiheitsenergien

Bundesminister a.D. Jürgen Trittin hob in seiner Festrede zum 25. Jubiläum des DEPV den Wert von Pelletheizungen als „gelebte Freiheitsenergie“ hervor. Bild: DEPV / Viviane Wild

Wie wichtig moderne Holzenergie für eine sichere Versorgung sowie eine bezahlbare Energiewende ist, machte der Deutsche Energieholz- und Pellet-Verband e. V. (DEPV) beim Festakt zu seinem 25-jährigen Bestehen in Berlin deutlich.

In seiner Festrede erläuterte Bundesminister a.D. Jürgen Trittin, warum in Zeiten von Öl- und Gaskrisen Pellets, Wärmepumpen, Wind, Solar und Speicher „Freiheitsenergien“ seien, die Europas Souveränität stärken. Insbesondere die Wärmewende wäre ohne Pellets und Energieholz nicht möglich. Anstatt sich von festen Infrastrukturen Dritter abhängig zu machen, könnten Pelletheizer selbst entscheiden, von wem sie den heimischen Brennstoff beziehen. Auch preislich sei man den Unwägbarkeiten der Energiemärkte nicht direkt ausgeliefert, betonte Trittin, was der Nahostkrieg gerade wieder allzu deutlich mache.

Im Zentrum der sich anschließenden Diskussionsrunde standen die politischen Rahmenbedingungen für den Wärmemarkt sowie die zukünftige Rolle Erneuerbarer Energien im Gebäudebereich. Dabei wurden die Eckpunkte des geplanten Gebäudemodernisierungsgesetzes (GMG) von der langjährigen ehemaligen DEPV-Vorsitzenden Beate Schmidt-Menig (Ökofen Heiztechnik) scharf kritisiert. Dr. Martin Sabel vom Bundesverband Wärmepumpe (BWP) sprach sich ebenfalls für klare Vorgaben und eine Vorfahrt für Erneuerbare aus.

In der politischen Diskussionsrunde fordern (von rechts nach links) Beate Schmidt-Menig, Jürgen Trittin und Dr. Martin Sabel mehr Ehrgeiz und mehr Tempo bei der Wärmewende. Bild: DEPV / Viviane Wild
In der politischen Diskussionsrunde fordern (von rechts nach links) Beate Schmidt-Menig, Jürgen Trittin und Dr. Martin Sabel mehr Ehrgeiz und mehr Tempo bei der Wärmewende. Bild: DEPV / Viviane Wild

Diese Ansicht teilten die geladenen Verbandsvertreter in ihren Grußworten: Ohne moderne Holzenergie und Pellets seien die Klimaziele im Wärmemarkt nicht zu erreichen. Genauso wichtig sei aber auch ein starker Verband wie der DEPV, um den Interessen seiner Mitglieder im Kleinen und Großen bei Politik, Presse und Verbrauchern Gehör zu verschaffen. Das betonten Doris Stiksl (proPellets Austria), Dr. Christine Falken-Großer (Bundesverband Erneuerbare Energien), Andreas Peeters (Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks) und Markus Staudt (Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie).

Unter den über 100 Gästen waren neben den Mitgliedern zahlreiche Wegbegleiter und Vertreter befreundeter Verbände anwesend, die sich in zahlreichen Anekdoten an die eher bescheidenen Anfänge des DEPV erinnerten. Ebenfalls wurde darauf hingewiesen, wie wichtig die Arbeit des Verbandes heute sei: Neben professioneller Fach- und Lobbyarbeit gelang mit der Pelletzertifizierung ENplus vor 15 Jahren „der große Wurf für den heute international standardisierten Pelletmarkt“.

25 Jahre DEPV

Als Geburtshelfer des DEPV bezeichnete sich Hans-Jürgen Funke (ehem. Verband Energiehandel Südwest) mit einem Augenzwinkern. Schließlich habe er dem Verband in Mannheim den ersten Büroraum für Geschäftsführer Martin Bentele gestellt. Umso beeindruckender sei, dass nun rund 25 Mitarbeitende für DEPV und Deutsches Pelletinstitut (DEPI) in Berlin tätig seien.

Auch Martin Behr und Helmut Schellinger waren fast von Beginn an im Verband aktiv. Vor allem die Gremienarbeit, die letztendlich zur Pelletzertifizierung ENplus geführt habe, stellt für Behr einen Meilenstein für die gesamte Marktentwicklung dar.

Wendelin Heinzelmann erinnerte sich besonders gerne an das Engagement von Heizungsbauern in den Anfangsjahren zurück. Diese hätten die Pelletheizung mit viel Fachwissen in nun mehr als über 760.000 deutsche Heizungskeller gebracht. Schellinger betonte ebenfalls die fachliche Expertise der Verbandsmitglieder und -mitarbeiter, die sich zum Beispiel in dem umfangreichen Standardwerk zur Lagerung von Holzpellets niederschlage.

Dass sich Qualität und hochwertige Technik auszahlen, bestätigen auch die repräsentativen Umfrageergebnisse, die Janina Mütze (Civey) vorstellte: So sind 87 Prozent der Hausbesitzer zufrieden mit ihrer Pelletheizung. 88 Prozent bestätigen den positiven Eindruck, den sie vom Heizen mit Pellets haben.

Verbandsspitze unverändert, neue Beisitzer

Die DEPV-Mitglieder wählten turnusgemäß auch den Vorstand neu. Helmut Schellinger (Schellinger KG) wurde im Amt bestätigt, ebenso wie seine Stellvertreter Martin Ecker (HDG Bavaria) und Martin Behr (PowerPellets Vertriebs GmbH & Co. KG). Weiterhin als Beisitzer fungieren Wendelin Heinzelmann (Ritter Energie) und Wolfgang Wimmer (Biomassehof Achental).

Nach mehreren Amtszeiten kandidierten Markus Böll (Mall) und Pascal Schiep (Schellinger) nicht erneut. Für sie wurden Heike Stang (A.B.S. Silo- und Förderanlagen), Michael Almberger (Pfeifer Holding) und Andreas Groll (KWB Deutschland Energiesysteme) neu als Beisitzer gewählt.