Der Bundesverband Wärmepumpe (BWP) hat gestern seine neue Branchenstudie vorgelegt. Demnach rechnet der Verband mit dem Absatz von etwa 330.000 Wärmepumpen in diesem Jahr und auch für die kommenden Jahre mit Wachstumsraten von (nur) rund 10 Prozent. 2025 betrug der Absatz 299.000 Geräte – ein Plus von 55 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Das Interesse von Hauseigentümern an Wärmepumpen sei zwar groß. Die zu erwartende Nachfrage bleibe aber hinter den eigentlichen Potenzialen zurück, da die Debatte um das Gebäudemodernisierungsgesetz, von dem bislang nur erste Eckpunkte bekannt sind, für erhebliche Unsicherheit am Heizungsmarkt sorge. Umso wichtiger sei daher die unveränderte Fortsetzung der Heizungsförderung.
Denn bei einer Systemumstellung und Kürzung der Förderung würde der Absatz von Wärmepumpen deutlich leiden. Dieses Jahr würden dann nur noch 262.000 Geräte verkauft werden, 2027 wären es nur noch 216.000 Wärmepumpen, nur wenig mehr als im sehr schlechten Absatzjahr 2024, so das Ergebnis einer „Sensitivitätsanalyse“ des BWP.
Die Marktprognosen der Branchenstudie beruhen auf zwei grundlegenden Szenarien: Ein „Business-as-Usual“-Szenario, mit dem die Wachstumsaussichten auf die eingangs erwähnten 10 Prozent zurückgehen, bildet die Folgen der Unsicherheiten am Heizungsmarkt ab. Ein ambitioniertes Zielszenario zeigt nach Ansicht des BWP die tatsächlichen Wachstumspotenziale bei einer Stabilisierung der Netzentgelte und einer Absenkung des Strompreises. Damit würden sich über die nächsten drei Jahre Wachstumsraten um etwa 35 Prozent pro Jahr realisieren lassen.
Wirtschaftliche Bedeutung
„Das Heizen mit Gas und Öl verbinden immer mehr Verbraucherinnen und Verbraucher mit hohen finanziellen Risiken. Der Krieg im Nahen Osten macht deutlich, wie dringend sich Deutschland von seinen fossilen Importabhängigkeiten lösen muss“, konstatiert Norbert Ruths, Mitglied im Vorstand des BWP und Handwerksmeister aus Langenlonsheim. „Für viele ist die Wärmepumpe die erste Antwort darauf.“
Anlässlich der Vorstellung der Branchenstudie betonte BWP-Geschäftsführer Dr. Martin Sabel die gewachsene wirtschaftliche Bedeutung der Wärmepumpe. „Für eine ganze Wertschöpfungskette ist die Wärmepumpe zum wichtigsten Produkt geworden. Es geht um zukunftssichere Arbeitsplätze für 100.000 Beschäftigte. Die Wärmewende wird von heimischer Heizungsindustrie und lokalen Akteuren aus Handwerk und Energieversorgung umgesetzt.“
Deshalb sei es wichtig, dass die Koalition die auskömmliche Finanzierung der Heizungsförderung bis mindestens 2029 beschlossen habe. „Jeder Fördereuro löst das Vierfache an Investitionen in die Gebäudemodernisierung aus“, sagt Dr. Sabel unter Verweis auf den jüngsten Evaluierungsbericht zur BEG. „Fünfeinhalb Milliarden Euro Förderung für neue Heizungen stehen deshalb vier Milliarden Euro an Steuereinnahmen für die öffentlichen Haushalte gegenüber. Besser kann die Regierung nicht in Energieunabhängigkeit, Wirtschaftswachstum und Klimaschutz investieren.“
Verteilung zwischen Neubau und Bestand
Werden die im Neubau eingesetzten Wärmepumpen (55.700) von der Gesamtzahl der abgesetzten Geräte (299.000) abgezogen, verbleiben 243.300 Wärmepumpen für den Einsatz in der Modernisierung. Daraus ergibt sich ein Verhältnis von 81 Prozent Modernisierung zu 19 Prozent Neubau – mit anderen Worten: Rund acht von zehn im vergangenen Jahr verkauften Wärmepumpen wurden in Bestandsgebäuden installiert.

