Zeitschrift für Planung, Berechnung und Ausführung
von sanitär-, heizungs- und klimatechnischen Anlagen.

Öfen als Sicherheitsanker im Notfall

Ausschnitt aus der Titelseite der Studie „Im Ernstfall zählt Wärme“ Bild: Initiative Ofenzukunft

11,7 Mio. Kamin- und Kachelöfen gibt es in Deutschland. Sie können für Wärme sorgen, wenn der Strom ausfällt, also auch Gas- und Ölheizung oder Wärmepumpen in vielen Haushalten stillstehen. Ohne Strom bleibt nur jeder vierte Haushalt warm, warnt die Initiative Ofenzukunft, eine Interessenvertretung von Herstellern, Händlern und Handwerkern der Ofenbaubranche.

„Das Heizen mit Holz ist ein unverzichtbarer Baustein für den laufenden Umbau der Energieversorgung wie auch für den Katastrophenschutz“, sagt Robert Mülleneisen, Vorsitzender des Gesamtverbands Ofenbau Deutschland (GVOB). Der Verband fordert eine politische Neubewertung des Heizens mit Holz sowohl auf deutscher wie auch auf europäischer Ebene.

Die kürzlich in Berlin vorgestellte Studie „Im Ernstfall zählt Wärme“ der Initiative erläutert, welchen Beitrag allein die bereits vorhandenen Holzöfen für die Stromnetzstabilität und für die Wärmeversorgung im Ernstfall leisten. „Einzelraumfeuerstätten arbeiten unabhängig vom Stromnetz, benötigen keine digitale Steuerung und können sofort manuell betrieben werden“, heißt es darin. Auch Modelle mit elektronischer Steuerung lassen sich demnach in einen manuellen Grundbetrieb überführen.

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) empfehle ausdrücklich, alternative Heizmöglichkeiten vorzuhalten. Öfen tragen nicht nur zur Resilienz und Vorsorge bei – sie seien ein bereits vorhandener, strategisch nutzbarer Sicherheitsanker für den Ernstfall, lautet ein Fazit der rund 50-seitigen Studie.