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XL-Premiere der Energy Unit 2.0

Das komplett vorkonfigurierte und anschlussfertige System wurde mit Holzfassade und Stahlelementen auch optisch weiterentwickelt und versorgt als modulare Heizzentrale zwei Mehrfamilienhäuser aus dem Baujahr 1967 im Dortmunder Süden. Bild: Vaillant

Mit der Energy Unit 2.0 treibt Vaillant gemeinsam mit dem Anlagenbauer Alois Müller die Wärmewende im Mehrfamilienhausbestand voran. Die weiterentwickelte, modular aufgebaute Wärmepumpen-Heizzentrale wurde jetzt erstmals in der XL-Variante in einem Renovierungsprojekt der Dortmunder Gesellschaft für Wohnen (DoGeWo21) erfolgreich in Betrieb genommen. Sie ist mit einer sechsstufigen Wärmepumpenkaskade ausgestattet und erreicht eine Gesamtleistung von rund 80 kW. Damit zeige das Projekt, wie sich bei begrenzten Platzverhältnissen im Bestand serielle Heizungssanierung und hohe Effizienz wirtschaftlich miteinander verbinden lassen.

Die beiden Mehrfamilienhäuser aus dem Baujahr 1967 umfassen jeweils zehn Wohneinheiten mit rund 720 Quadratmetern Wohnfläche pro Gebäude. Die bisherige Wärmeversorgung erfolgte über gasbasierte Zentralheiztechnik. Nach dem Ausfall eines Wärmeerzeugers und aufgrund des beengten Technikraums entschied sich die Dortmunder Wohnbaugesellschaft für eine nachhaltige und schnell realisierbare Umsetzung mit Wärmepumpen: Die Energy Unit 2.0, ein modular aufgebautes „Plug and Heat“-System, wird industriell vorgefertigt, anschlussfertig geliefert und außen aufgestellt. Dadurch reduziert sich der Installationsaufwand im Gebäude.

„Für die Wärmewende im Mehrfamilienhaussegment brauchen wir wirtschaftlich tragfähige Konzepte, die sich schnell und einfach umsetzen lassen – vor allem im Bestandsbau und ohne Eingriffe in die Wohnbereiche“, erläutert Thorsten Baude, Key Account-Manager Wohnungswirtschaft bei Vaillant.

Durch die Einhausung der Wärmepumpen ließen sich die Schallemissionen deutlich reduzieren. Bild: Vaillant
Durch die Einhausung der Wärmepumpen ließen sich die Schallemissionen deutlich reduzieren. Bild: Vaillant

Fokus auf Kompaktheit und Schalloptimierung

Die Energy Unit 2.0 basiert auf einem zweiteiligen Konzept aus Hydraulikmodul mit voll-ständig integrierter Hydraulik-, Speicher- und Regelungstechnik sowie einem variablen Wärmepumpenmodul. Vier Baugrößen (S, M, L und XL) mit zwei bis sechs Vaillant Wärmepumpen decken einen Leistungsbereich bis zu rund 80 kW ab. Diese skalierbare Leistungsstruktur ermöglicht eine wirtschaftliche und übertragbare Dimensionierung für unterschiedliche Bestandsgebäude.

Gegenüber dem Vorgängermodell ist die Energy Unit 2.0 kompakter ausgeführt und akustisch weiter optimiert. Durch die innenliegende Anordnung der Wärmepumpen und die schallentkoppelte Einhausung liegt der maximale Schallleistungspegel in der Dortmunder Standardausführung bei 64,2 dB(A) im Tagbetrieb. Zusätzlich kann die Energy Unit mit schalldämpfenden Wetterschutzgittern ausgestattet werden. Dadurch sind deutlich reduzierte Abstände zur Wohnbebauung möglich. Eine moderne Holzfassade und Stahlelemente sowie eine optionale Dachbegrünung ermöglichen zudem eine dezente Integration in die Quartiere.

Technisches Herzstück der Energy Unit 2.0 in der XL-Variante ist eine sechsstufige Kaskade aus Luft/Wasser-Wärmepumpen Vaillant AroTtherm plus VWL 125/8.1 mit dem natürlichen Kältemittel R290. Zwei Pufferspeicher vom Typ AllStor Plus mit je 800 Litern sowie das elektrische Zusatzheizgerät EloBlock VE 14 gewährleisten einen stabilen Betrieb auch bei niedrigen Außentemperaturen. Die erwartete Jahresarbeitszahl liegt bei mindestens 3,5.

„Mit der Energy Unit 2.0 verbinden wir industrielle Vorfertigung mit der Systemtechnik von Vaillant für eine durchgängige Lösung aus einer Hand“, so Markus Schramm, Geschäftsführer von Alois Müller. „So entstehen skalierbare Systeme mit klaren Prozessen und hoher Ausführungsqualität“.

Beitrag zur Dekarbonisierung

Durch den Umstieg von gasbasierter Wärmeversorgung auf das Wärmepumpensystem der Energy Unit 2.0 konnte eine CO₂-Reduktion von 20,5 Tonnen pro Jahr erzielt werden. Gleichzeitig verbessert sich die Energieeffizienzklasse der Gebäude von F auf B. „Das Projekt leistet einen wertvollen Beitrag zur Erreichung unserer Klimaziele und unterstützt die langfristige Dekarbonisierungsstrategie des Unternehmens“, so Samuel Šerifi, Sprecher der DoGeWo21-Geschäftsführung.