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Wo Kunden beim Klimaschutz irren

Deutsche Verbraucherinnen und Verbraucher schätzen die Wirksamkeit von Klimaschutzmaßnahmen falsch ein, wie ein Vergleich der Nennungen der aus Sicht der Befragten wichtigsten drei Maßnahmen (links) und dem tatsächlichen CO2-Einsparpotenzial pro Jahr (rechts) ergibt. Bild: Stiebel Eltron

Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland irren bei der Frage nach der Wirksamkeit von Klimaschutz-Maßnahmen: Als wichtigste Hebel werden von der Bevölkerung laut des im Auftrag von Stiebel Eltron erstellten Energie-Trendmonitors 2025 Maßnahmen genannt wie „Weniger mit dem Flugzeug fliegen“, „Weniger Fleisch essen“, „Ökostrom nutzen“ und „Wohngebäude dämmen“.

Tatsächlich gehe der größte Teil der CO2-Emissionen privater Haushalte jedoch direkt auf das Konto fossiler Brennstoffe, die für die Wärmeerzeugung eingesetzt werden: 82 Prozent der Endenergie, die ein Haushalt benötigt, wird für Heizung und Warmwasserbereitung genutzt. Derzeit bewerten jedoch laut Energie-Trendmonitor 2025 rund drei Mal so viele Menschen die „Einschränkung von Flugreisen“ als Top-Klimaschutz-Maßnahme. „Weniger Fleisch essen“ oder „Wohngebäude zu dämmen“ halten die Verbraucher ebenfalls für wirksamer als den Umstieg auf eine Green-Tech-Heizung.

„Die Ergebnisse des Energie-Trendmonitors 2025 zeigen sehr deutlich, dass die Deutschen auf dem Weg zur privaten Energiewende nicht ausreichend informiert sind“, bewertet Detlef Neuhaus, Geschäftsführer von Stiebel Eltron, die Ergebnisse der im Dezember durchgeführten Befragung. „Die Heizung ist im privaten Haushalt der mit Abstand größte Energieverbraucher und damit auch größte CO2-Erzeuger.“

Damit sei der Austausch bestehender Öl- und Gasbrenner die effektivste Maßnahme, die Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland ergreifen können, um ihren eigenen CO2-Fußabdruck deutlich zu verringern. „Vor allem ist es eine der einfachsten Möglichkeiten, die auch noch ohne Komforteinbußen einhergeht und in den allermeisten Fällen einer Öl- oder Gasheizung auch wirtschaftlich überlegen ist.“

Mit Blick auf den Kampf gegen den Klimawandel in Deutschland seien Öl- und Gasheizungen aus Sicht der Verbraucher allerdings ein Auslaufmodell: 70 Prozent würden sich beim Wechsel auf ein neues Heizungssystem gegen einen Ölbrenner entscheiden, 60 Prozent lehnen eine Gasheizung ab. „Den Wechsel auf eine klimafreundliche Wärmepumpenheizung fördert der Staat aktuell noch mit bis zu 70 Prozent der Investitionskosten. Private Haushalte sollten jetzt zügig die Chance nutzen, Kostenvorteile mit wirksamem Klimaschutz zu verbinden“, rät Detlef Neuhaus.