Im Jahr 1965 als Initiative einiger Fachleute gegründet, feiert die Bundesfachschule Kälte-Klima-Technik (BFS) in diesem Jahr ihr 60-jähriges Bestehen. Was damals in angemieteten Räumen des Berufsbildungszentrums der Handwerkskammer in Frankfurt begann, ist heute eine der wichtigsten Bildungsinstitutionen der Kälte- und Klimabranche in Deutschland und Europa.
Das Jubiläum, das am 14. Juni in Fulda mit einer Geburtstagsfeier begangen wurde, ist nicht nur Anlass für Rückblick und Dankbarkeit, sondern auch ein Moment des Aufbruchs, betont die BFS. Denn die Bedeutung der Kälte- und Klimatechnik werde weiter wachsen – als Schlüsseltechnologie im Kontext des Klimawandels, der Energieeffizienz und der nachhaltigen Gebäudetechnik. Die Bundesfachschule wolle weiterhin ein Ort bleiben, an dem Wissen entsteht, weitergegeben und in Praxis übersetzt wird.
Rückblick auf die Anfänge einer wachsenden Branche
Die 1960er-Jahre standen im Zeichen von Wirtschaftswunder, technischer Aufbruchsstimmung und wachsendem Bedarf an professioneller Kühlung und Klimatisierung – in Supermärkten, der Industrie, dem Gesundheitswesen und zunehmend auch im privaten Umfeld. Doch die Branche war jung, die Anforderungen wuchsen rasant – und es fehlte an qualifiziertem Fachpersonal.
Die BFS-Gründer Horst Schneider, Erwin Mackscheidt und Theo Mack setzten sich für die Einrichtung einer bundesweit einheitlichen und qualitativ hochwertigen Ausbildung ein. Ziel war es, nicht nur handwerkliche Fähigkeiten zu vermitteln, sondern ein umfassendes technisches Verständnis für die Zusammenhänge von Kälte- und Klimatechnik in ihren Anwendungsbereichen zu schaffen. Die BFS sei damit für die Professionalisierung der Branche ein Motor geworden, für dessen Funktion die Geschäftsführer Manfred Seikel (1979 bis 2014) und Jörg Peters (2014 bis heute) verantwortlich waren und sind.
Zu den Meilensteinen gehörten
- der 1985 eingeweihte Neubau in Maintal bei Frankfurt mit Schul- und Verwaltungsgebäude, Werkstätten und Laboren
- die Errichtung eines Internats in Maintal mit 70 Zimmern, Kantine und weiteren Schulungsräumen im Jahr 1994 sowie
- der Neubau des Standorts in Harztor/Niedersachswerfen in Thüringen 2013 und fast gleichzeitig die Eröffnung des dritten Standorts in eigenen Räumen am Berufsschulzentrum Leonberg in Baden-Württemberg.
Die Zahl der Lehrlinge, Meisterschüler, Seminarteilnehmer und Studenten stieg ebenso wie die Zahl der Dozenten und Mitarbeiter. Rund 3.500 Personen haben 2024 die Bildungsangebote der BFS besucht, die heute 70 Personen beschäftigt. Bildungsgänge wie der staatlich geprüfte Techniker, Meistervorbereitungskurse in Vollzeit, Teilzeit oder Wochenmodulen oder auch spezialisierte Fortbildungen im Bereich natürliche Kältemittel, Lüftungs- und Elektrotechnik ergänzten das Portfolio. Immer wieder wurde die Infrastruktur modernisiert und erweitert – mit Laboren, Werkstätten und Lehrsälen, die auch den heutigen Anforderungen zum Beispiel in Bezug auf alternative Kältemittel gerecht werden können.

Parallel dazu wandelte sich auch das Berufsbild des Kälteanlagenbauers beziehungsweise Mechatronikers für Kälte- und Klimatechnik. Die Aufgaben wurden anspruchsvoller, die Systeme komplexer. Energieeffizienz, Umweltschutz und digitale Steuerungstechnologien rückten zunehmend in den Vordergrund.
Heute sei die BFS weit mehr als eine technische Schule, sondern auch ein Kompetenzzentrum mit Lehrplänen, das aktuelle gesetzliche Vorgaben wie zum Beispiel die F-Gase-Verordnung berücksichtigt. Digitalisierung, Wärmepumpentechnik, erneuerbare Energien und die systemische Verbindung von Klima-, Heizungs- und Lüftungstechnik prägen zunehmend den Schulalltag. Die Vermittlung von Soft Skills, Projektmanagement und nachhaltigem Denken seien inzwischen ebenso fester Bestandteil der Ausbildung wie das fachliche Know-how.
