Zeitschrift für Planung, Berechnung und Ausführung
von sanitär-, heizungs- und klimatechnischen Anlagen.

Wassersparen bei Eigenheimbesitzern akzeptiert

Angesichts zunehmender Trockenperioden und des Klimawandels werden Maßnahmen zur Einsparung von Wasser auch in traditionell wasserreichen Regionen wie Deutschland relevanter. Bild: Philipp Torres / Unsplash

Die Mehrheit der Deutschen unterstützt Wassersparmaßnahmen. Dabei werden höhere Gebühren für Vielverbraucher und Vergleichsberichte zur Wasserverwendung als fair und wirksam wahrgenommen, zeigen Befragungsergebnisse des RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung. Dynamische Tarife und häufige Preiserhöhungen stoßen hingegen auf Ablehnung. Die Studienergebnisse basieren auf einer groß angelegten Online-Befragung von über 6.000 Personen, die Eigenheime besitzen.

Wichtige Ergebnisse der in den Ruhr Economic Papers Ende 2024 veröffentlichten Studie Attitudes Towards Water Conservation: Evidence from Households in Germany von Prof. Dr. Manuel Frondel, Delia Niehues, Valerie Peetz,  Stephan Sommer und Lukas Tomberg sind im Folgenden zusammengefasst.

Sparmaßnahmen erwünscht: Die Mehrheit der Befragten zeigt eine grundsätzlich positive Einstellung zu Maßnahmen, die den Wasserverbrauch reduzieren sollen. Etwa 75 Prozent der Befragten signalisieren, dass Wasser in Deutschland zukünftig sparsamer verbraucht werden sollte. Dies deute darauf hin, dass es eine Bereitschaft zu Verhaltensänderungen gibt, wenn aus Sicht der Befragten geeignete Maßnahmen ergriffen werden.

Allerdings werde die Einstellung der Befragten durch gezielte Informationskampagnen nur wenig beeinflusst, auch wenn auf das örtliche Risiko einer sinkenden Trinkwasserqualität bei zu geringem Wasserfluss durch die Leitungen hingewiesen wird.

Preisaufschläge für Vielverbraucher befürwortet: Die Studie identifiziert verschiedene politische Maßnahmen, die von den Befragten als effektiv und fair angesehen werden, beispielsweise wassersparende Technologien zu fördern und Preisanreize für Vielverbraucher zu setzen. Unter den abgefragten Maßnahmen haben Preisaufschläge für einen weit überdurchschnittlichen Verbrauch die höchsten Zustimmungswerte: Knapp 60 Prozent der Befragten befürworten diese Maßnahme. Im Gegensatz dazu bewerten die Befragten dynamische Tarife und häufige Preiserhöhungen eher negativ. So lehnen etwa 50 Prozent der Befragten dynamische Tarife ab. Noch stärker ist die Ablehnung von häufigen Preiserhöhungen.

Verhaltensänderungen schwer vorhersehbar: Allein aus einer positiven Einstellung gegenüber dem Wassersparen lässt sich keine entsprechende Verhaltensänderung vorhersagen, betonen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Dennoch könne die Studie eine Orientierung bieten, welche Wassersparmaßnahmen mit einer höheren Reaktion und Akzeptanz einhergehen könnten. Wird die Umsetzung einer Maßnahme geplant, sei es ratsam, vorab experimentelle Feldstudien durchzuführen, um die Verhaltenseffekte und damit Kosten und Nutzen genauer zu untersuchen.

Bedürfnisse variieren zeitlich und regional: Das Thema Wassersparen ist komplex. Während beispielsweise Wassersparen zu bestimmten Zeiten und in bestimmten Regionen notwendig sei, kann es zu anderen Zeiten und in anderen Regionen weniger sinnvoll sein, zum Beispiel wegen einer sinkenden Trinkwasserqualität, wenn bereits zu wenig Wasser durch die Leitungen fließt. Generell gelte hingegen, dass das gezielte Einsparen von Warmwasser zum Energiesparen beitragen kann. Die Einführung von Wassersparmaßnahmen sollte von umfangreichen Kommunikationsmaßnahmen begleitet werden, die dies verständlich erläutern, fordern die Forscherinnen und Forscher.

Einschränkungen der Studie

Grundlage der Untersuchung war eine Befragung von über 6.000 Eigentümern von Einfamilienhäusern. Diese gezielte Stichprobe ist nicht repräsentativ für die deutsche Gesamtbevölkerung, da die demografischen Merkmale der Stichprobe von den allgemeinen Bevölkerungsdaten abweichen. Auch der Online-Erhebungsweg birgt potenzielle Verzerrungen, etwa durch Unterschiede im Internetzugang. Dennoch zeichnen sich Trends ab, die zentrale Erkenntnisse für die Gestaltung von Wassersparmaßnahmen liefern können.

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass Wassersparmaßnahmen in Deutschland grundsätzlich auf Akzeptanz stoßen. Für eine Verhaltensänderung ist jedoch die gezielte Gestaltung und Kommunikation solcher Maßnahmen entscheidend“, sagt Manuel Frondel, Leiter des Kompetenzbereichs „Umwelt und Ressourcen“ am RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung. „Gut durchdachte Kommunikationsmaßnahmen können sowohl Missverständnissen vorbeugen als auch die Akzeptanz von Maßnahmen stärken. Insbesondere Preisanreize könnten dazu führen, dass Verbraucherinnen und Verbraucher Wasser einsparen. Allerdings birgt Wassersparen auch das örtliche Risiko einer sinkenden Trinkwasserqualität, wenn zu wenig Wasser durch die Leitungen fließt.“