Zeitschrift für Planung, Berechnung und Ausführung
von sanitär-, heizungs- und klimatechnischen Anlagen.

Dornbracht-Kooperation mit der TH Augsburg

Im Projekt „Transformative Spaces“ wurde unter anderem die Frage erörtert, wie viel physische Materialität in einer digitalen Welt noch benötigt wird. Bild: TH Augsburg

Kreativer Dialog mit der Technischen Hochschule Augsburg: Dornbracht hat Studierende der Studiengänge „Interaktive Medien“ und „Transformation Design“ im Wintersemester 2023/2024 im Rahmen eines gemeinsamen Projektes eingeladen, das Badezimmer als „transformativen Raum“ neu zu entdecken. Ergebnis dieses schöpferischen Prozesses sind nach Angaben des Herstellers von Designarmaturen und -accessoires mit Hauptsitz in Iserlohn inspirierende Designkonzepte, die virtuelle und physische Erfahrungen miteinander vereinen.

Im regen Austausch: Die Studierenden der Technischen Hochschule Augsburg, Mitarbeitende von Dornbracht und der Kreativagentur Meiré und Meiré. Bild: TH Augsburg
Im regen Austausch: Die Studierenden der Technischen Hochschule Augsburg, Mitarbeitende von Dornbracht und der Kreativagentur Meiré und Meiré. Bild: TH Augsburg

Neue Perspektiven auf veränderte Realitäten

Jüngere Generationen seien mit der Aussicht auf fundamental veränderte Lebenswirklichkeiten konfrontiert. Für die Gestaltung sei es daher wichtig, sich mit ihren Vorstellungswelten und ihrem kreativen Ideenreichtum vertraut zu machen. Das war Anlass, dem Designnachwuchs der Technischen Hochschule Augsburg eine Bühne für die eigenen Visionen zu geben, erklärt Dornbracht. Im Austausch mit den jungen Talenten seien spannende Impulse entstanden, die neue Sichtweisen offenlegen und künftige Innovationsprozesse beeinflussen.

Zu Beginn des Projektes haben die Studierenden etablierte Vorstellungen von Räumlichkeit und Materialität hinterfragt – etwa durch den experimentellen Einsatz von Künstlicher Intelligenz, Augmented und Virtual Reality. Das Badezimmer wurde dabei als Ort des Rückzugs gedacht, der der physischen und mentalen Regeneration dient.

Pflanzen entfalten sich frei im Raum und gehen eine Verbindung mit ihrer Umgebung ein. Bild: TH Augsburg
Pflanzen entfalten sich frei im Raum und gehen eine Verbindung mit ihrer Umgebung ein. Bild: TH Augsburg

Zur Vermittlung von Geborgenheit und Sicherheit beschäftigten sich die Studierenden mit personalisierten Elementen: Der Raum selbst, lautete die Idee, sollte sich den wechselnden Bedürfnissen, Stimmungen und Routinen der Badnutzenden anpassen. Stück für Stück entstanden so unterschiedliche Ansätze, die die Verwandlung von Materialien und Formen sowie die dynamische Veränderung der Umgebung leitmotivisch integrierten.

Besonders der sinnliche Aspekt unterschiedlicher Materialien wird in Zukunft an Bedeutung zunehmen – insbesondere in Verbindung mit digitaler Realität, die die Wahrnehmung maßgeblich beeinflusst. Bild: TH Augsburg
Besonders der sinnliche Aspekt unterschiedlicher Materialien wird in Zukunft an Bedeutung zunehmen – insbesondere in Verbindung mit digitaler Realität, die die Wahrnehmung maßgeblich beeinflusst. Bild: TH Augsburg

Ideen für das Badezimmer der Zukunft

Gleich mehrere außergewöhnliche Konzepte seien das Resultat dieses Verfahrens: Bei „Shifting Sink“ handelt es sich um ein interaktives und kinetisches Waschbecken, das je nach eingegebenen Stimmungsparametern unterschiedliche Formen annehmen könne. Die zahlreichen wabenförmigen Komponenten, aus denen das Becken besteht, stammen aus einem 3D-Drucker und fordern zum unmittelbaren Berühren auf.

Das interaktive Waschbecken „Shifting Sink“ kann unterschiedliche Formen annehmen und sich so an die Nutzenden anpassen. Bild: TH Augsburg
Das interaktive Waschbecken „Shifting Sink“ kann unterschiedliche Formen annehmen und sich so an die Nutzenden anpassen. Bild: TH Augsburg

Für „Living Tiles“ hingegen wurden die Eigenschaften klassischer Badezimmerfliesen um ein auditives und visuelles Element ergänzt. Künstliche Intelligenz erstellte dazu abstrakte, lichtdurchlässige Formen, die abermals mithilfe des 3D-Drucks materialisiert wurden. Im Zusammenspiel mit projizierten Animationen werden die Fliesen nun auf unterschiedliche Weise zum Leben erweckt.

Für „Living Tiles“, die alles andere als statisch sind, wurden die Eigenschaften klassischer Badezimmerfliesen um auditive und visuelle Elemente ergänzt. Bild: TH Augsburg
Für „Living Tiles“, die alles andere als statisch sind, wurden die Eigenschaften klassischer Badezimmerfliesen um auditive und visuelle Elemente ergänzt. Bild: TH Augsburg

„Eco Arc“ dagegen dreht sich um die Integration organischer Bestandteile im Badezimmer – und fördert die Rückkehr der Natur in vom Menschen geschaffene Räume. Ein würfelförmiger Holzrahmen diene als klassisches Badezimmermodul, ist jedoch bestückt mit Moos, Erde und Samen. Mittels einer „Time Lapse“ wird sichtbar gemacht, wie die wachsenden Pflanzen sich frei im Raum entfalten und eine Verbindung mit ihrer Umgebung eingehen.

Die Installation „Eco Arc“ integriert organische Bestandteile ins Badezimmer. Bild: TH Augsburg
Die Installation „Eco Arc“ integriert organische Bestandteile ins Badezimmer. Bild: TH Augsburg

„Transformative Spaces“ werde nach Angaben von Dornbracht damit zu einer Installation, die durch ihre Verbindung aus Technologie, Natur und individueller Anpassung neue Sichtweisen auf bewährte Badarchitekturen und Hygienerituale ermöglicht. Die Ansätze lösen statische Komponenten auf, schaffen neue Sinnesreize mithilfe von Bewegung, Sound oder Licht und bieten so ein immersives Erlebnis im Bad, das die Gefühlslage der Nutzenden berücksichtigt.

Praxiserfahrung für Studierende, Inspiration für Dornbracht

„Der Dialog mit Dritten ist ein lebendiger Teil der DNA von Dornbracht und unabdingbar, um den Status Quo von Architektur und Design zu hinterfragen“, sagt CEO Stefan Gesing über das Projekt. „Die Kollaboration mit den Studierenden der Technischen Hochschule Augsburg beweist das einmal mehr. Ich bin nachhaltig beeindruckt vom Ideenreichtum, der Kreativität und der Offenheit, mit der uns die Studierenden begegnet sind.“

Dornbracht-CEO Stefan Gesing. Bild: Dornbracht
Dornbracht-CEO Stefan Gesing. Bild: Dornbracht

Prof. Andreas Muxel, der das Projekt gemeinsam mit seiner Kollegin Prof. Dr. Alessandra Zarcone begleitet hat, ergänzt: „Sich mit realen Fragestellungen zu beschäftigen, ist für die Studierenden besonders motivierend. Ich bin gespannt darauf, in welcher Form sich ihre Ideen im Bad der Zukunft wiederfinden werden. Inspirieren und inspiriert werden – diese Kooperation war für alle Beteiligten eine Bereicherung.“

Im Fokus des Moduls stand nicht allein das Endergebnis, sondern vor allem der Prozess als solcher: die Momente gegenseitiger Inspiration, das Ausloten von Möglichkeiten und der gemeinsame Austausch während der Schulterblicke und der Ergebnispräsentation in Augsburg. Für die Studierenden bedeutete das Projekt eine wichtige Praxiserfahrung – für Dornbracht einen inspirierenden Dialog mit angehenden Kreativschaffenden.

Mithilfe von Künstlicher Intelligenz, 3D-Druck und projizierten Animationen erwachen die Fliesen zum Leben. So wird ein immersives Erlebnis geschaffen. Bild: TH Augsburg
Mithilfe von Künstlicher Intelligenz, 3D-Druck und projizierten Animationen erwachen die Fliesen zum Leben. So wird ein immersives Erlebnis geschaffen. Bild: TH Augsburg

Involviert war neben Dornbracht und der Technischen Hochschule Augsburg auch die Kreativagentur Meiré und Meiré sowie Prof. Andreas Muxel und Prof. Dr. Alessandra Zarcone. Auf Seiten der Studierenden waren Catharina Bierl, Christian Frey, Gina-Maria Gioia, Timo Holzmann, Lucilia Metzer, Andreas Outos, Bastian Rögele, Oliver Schunn, Lisa Schwabe und Dorian Spiegelhauer beteiligt.

Dornbracht ermöglichte es den Studierenden, wichtige Praxiserfahrung zu sammeln – und profitierte selbst vom inspirierenden Dialog mit ihnen. Von links nach rechts: Sebastian Schneider (Meiré und Meiré), Dorian Spiegelhauer (oben), Andreas Outos (unten), Prof. Andreas Muxel, Timo Holzmann (oben), Andrea Heiner-Kruckas (Dornbracht), Catharina Bierl (unten), Bastian Rögele, Lisa Schwabe, Ceyda Friemann (Dornbracht) und Oliver Schunn.
Dornbracht ermöglichte es den Studierenden, wichtige Praxiserfahrung zu sammeln – und profitierte selbst vom inspirierenden Dialog mit ihnen. Von links nach rechts: Sebastian Schneider (Meiré und Meiré), Dorian Spiegelhauer (oben), Andreas Outos (unten), Prof. Andreas Muxel, Timo Holzmann (oben), Andrea Heiner-Kruckas (Dornbracht), Catharina Bierl (unten), Bastian Rögele, Lisa Schwabe, Ceyda Friemann (Dornbracht) und Oliver Schunn. Bild: TH Augsburg