Zeitschrift für Planung, Berechnung und Ausführung
von sanitär-, heizungs- und klimatechnischen Anlagen.
SHK

VKA: Positionspapier

Der Vorstand des VKA (v.r.n.l.): Thomas Schuck, Guido Jobst, Holger Knüppel.

Der Verband Kunststoff Abgasanlagen (VKA) warnt vor Problemen beim Erreichen der Klimaziele und fordert Verankerung bivalenter Lösungen im GEG.

Eines wurde schnell klar auf der Jahrestagung des Verbands Kunststoff Abgasanlagen Ende 2022 in Würzburg: Alle beteiligten Unternehmen aus der Wärmebranche machen sich aktuell große Sorgen. Zum einen scheint die aktuelle Wärmepolitik der Bundesregierung nach Einschätzung der Heizexperten über die Wärmepumpe auf den Irrweg zu führen. Und zum anderen rückt das Erreichen der Klimaziele in weite Ferne. Die Sorge war so groß, dass man kurzerhand die Veranstaltung zu einem Workshop umwidmete, in dem die Eckpunkte eines Positionspapiers an die Politik besprochen wurden. Denn so, da waren sich alle Anwesenden einig, wird in Deutschland nicht nur die Energiewende, sondern auch der soziale Frieden gefährdet. „Die Zuspitzung auf die Wärmepumpe als allein seligmachende Lösung ist ein Irrweg,“ ist der Verbandsvorsitzende Guido Jobst. Zwar sieht auch er in der Wärmepumpe eine absolut sinnvolle Lösung, allerdings braucht die Technologie nach seiner Einschätzung massiv Unterstützung, bis sie ihre volle Leistungsfähigkeit entfalten kann. Gemeinsam mit dem Verbandsgeschäftsführer und Berater Dr. Johannes R. Gerstner entwickelten die Teilnehmer der Tagung eine zentrale Forderung, die sie auch gut begründeten. Gerstner: „Wir müssen unbedingt sinnvolle Wege in eine ökologische Wärmezukunft finden, das gelingt nur, indem wir Schwächen ausgleichen.“ Diese Schwächen sind laut Gerstner vor allem die fehlende Verfügbarkeit von Geräten, Material, Fachkräften und grünem Strom in Deutschland. „Es kann ja nicht sein, dass man als umweltbewusster Bürger, ohne es beeinflussen zu können, mit Kohle heizt.“ Das sei nämlich der Fall, wenn Wärmepumpen an besonders kalten Wintertagen mit Strom nachhelfen müssen. Der Weg aus dem Dilemma ist laut den Verbandsmitglieder technisch gar nicht so schwer, ideologisch ist er jedoch weit. Sie schlagen vor, bestehende Brennwertgeräte mit einfachen Wärmepumpen zu ergänzen. Der Vorteil liegt auf der Hand. Im Sommer sorgt die Wärmepumpe für warmes Wasser als Grundlast und bei Bedarf einer angenehmen Grundtemperatur an kühleren Tagen. Im Winter springt an sehr kalten Tagen das bereits installierte effiziente Brennwertgerät ein, die Wärmepumpe hat Pause. So wird im Sommer wie im Winter massiv CO2 gespart. Im Sommer braucht die Wärmepumpe wenig Strom und kann dann die saisonal verfügbare Energie aus erneuerbaren Quellen nutzen. Im Winter heizt die Brennwerttherme mit einem wesentlich höheren Wirkungsgrad als das Kraftwerk. Die endlichen fossilen Ressourcen werden geschont. Außerdem müssen Bestandshäuser nicht aufwändig saniert oder mit Flächenheizungen ausgestattet werden. Angesichts der massiv gestiegenen Baukosten eine finanzielle Entlastung für die deutschen Haushalte. Die Anzahl der Wärmepumpen und damit die Akzeptanz und Erfahrung beim Handwerk und in der Bevölkerung steigt dennoch. Diese bivalente Lösung soll, geht es nach den Mitgliedern des VKA, in der nächsten Überarbeitung des Gebäudeenergiegesetzes GEG eingearbeitet werden. Denn erst dann ist diese Lösung politisch akzeptiert und tragfähig. Dazu muss unbedingt die starke Einschränkung bei den dort verankerten Anlagetypen aufgelöst werden, die aufgrund der Liefersituation bis auf weiteres gar nicht realistisch ist. Bivalenz wird, da sind sich die Verbandsexperten einig, die einzige sinnvolle Lösung der Herausforderungen unserer Wärmezukunft sein. Die Ergebnisse der Tagung hat der Verband in einem Positionspapier zusammengefasst, das an die Politik verteilt wird. Es ist auch auf der Verbandswebsite www.vka-web.de abrufbar.