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2G Energy AG: aura-Baureihe mit leistungsstarken Modulen ergänzt

BHKW-Hersteller 2G Energy erweitert die aura-Modellreihe auf ein Leistungsspektrum von 100-420 kWel bei niedrigen NOx-Emissionen auf Basis der Lambda-1-Technologie

Drei Jahre nach der Einführung der besonders emissionsarmen aura-Baureihe mit BHKW-Modulen von 100 kW bzw. 170 kW elektrischer Leistung ergänzt der BHKW-Hersteller 2G Energy AG in Heek die Baureihe um zwei leistungsstarke Erdgas-Module, die ebenfalls auf der Lambda-1-Technologie (Lambda=1) des Unternehmens basieren. Damit erweitert 2G Energy sein Produktportfolio für diejenigen Kundenanwendungen, bei denen insbesondere eine hohe thermische Leistung, geringe Betriebskosten u.a. durch den Wegfall einer Abgasnachbehandlung und bauliche Kompaktheit im Vordergrund stehen. Die neuen Module aura 408 EG und aura 412 EG sind mit einer Leistung von 280 kWel/408 kWth bzw. 420 kWel /611 kWth einzigartig im Markt hinsichtlich Effizienz, Leistung und Lifecycle-Kosten bei besonders emissionsarmen BHKW. Sie erreichen ohne Magerverbrennungs-Konzept oder SCR-Katalysator (selektive katalytische Reduktionsverfahren) im Betrieb Stickoxidwerte kleiner 50 mg/Nm3. Damit unterbieten sie deutlich die aktuellen Grenzwertvorgaben der 44. BImSchV. Diese geringen Werte ermöglicht die firmeneigene Lambda-1-Technologie, die ein Kernstück der Motorenentwicklung bei 2G ist. Als Lambda=1 wird das Kraftstoffverhältnis bezeichnet, bei dem genau die Luftmenge vorhanden ist, die theoretisch benötigt wird, um den Kraftstoff vollständig zu verbrennen. Das Modul 408 basiert auf einem 4-Takt-V-Motor mit 8 Zylindern, das Modul 412 analog dazu auf einem V12-Motor. Beide Module weisen einen Gesamtwirkungsgrad von über 94 % bei einem thermischen Wirkungsgrad von rund 56 % auf. Bei begrenzter Modulkomplexität durch einen einstufigen Ladeluftkühler wird mit Hilfe eines Turboladers die Verbrennungsluft schwach aufgeladen. Da kein SCR-Katalysator zur Anwendung kommt, reduzieren sich die Lifecycle-Kosten aller aura-Module durch den Wegfall der Einspritzung einer Harnstofflösung. Für Frank Grewe, Chief Technology Officer (CTO) der 2G Energy AG, basiert die ursprüngliche Motivation für die Neuentwicklung auf den Anforderungen internationaler Märkte: „Ursprünglich sind Ballungszentren wie Tokio, London oder auch Kalifornien mit ihren hohen Anforderungen an geringe Stickoxid-Grenzwerte der Auslöser für unsere Entwicklungsarbeit bei 2G gewesen. Angesichts der sehr niedrigen NOx-Emissionen der aura-Module stellen mögliche Verschärfungen der Grenzwerte in Deutschland auf z.B. generell 100 mg/Nm3 für alle Motorenkonzepte unsere Kunden vor kein Problem. Wir schaffen damit Zukunftssicherheit für unsere Inlandskunden.“ Schon bei der Einführung der aura-Baureihe in 2017 war neben der Emissionsreduzierung die Leistungssteigerung ein wichtiger Aspekt der Entwicklungszielsetzungen von 2G, resümiert Grewe: „Bei der Leistungsausbeute können wir bei den Modulen aura 404 und 406 durch eine spezifisch höhere Leistung von 15 % bei gleichem Hubraum gegenüber dem Wettbewerb punkten. Wobei z.B. für das Modul aura 404 ein Gesamtwirkungsgrad von 102 % bezogen auf den Heizwert erreicht wird. Dieser resultiert aus einem elektrischen Wirkungsgrad von 37 % und einem thermischen Wirkungsgrad von 65 %, der durch einen Brennwert-Abgaswärmetauscher ermöglicht wird.“ Der Kundennutzen ist die oberste Maxime für die Zielsetzungen der 2G eigenen Entwicklungsarbeiten. Auch bei der Entwicklung der neuen Module stand neben der Verringerung von Stickoxid-Emissionen bei gleichzeitig verbesserter Leistungsausbeute die Reduzierung der Gesamtbetriebskosten ganz oben auf der Agenda. Dementsprechend hebt Grewe hervor, dass z.B. der aura 408 mit 8 Zylindern durch bessere Effizienzwerte bei thermischer und elektrischer Leistung gegenüber marktgängigen 12-Zylinder-Aggregaten gleicher Leistung deutlich verbrauchsärmer ist. Bei der wirtschaftlichen Betrachtung vieler Kunden hat nach seiner Einschätzung aber auch die ausgewiesene Servicefreundlichkeit der 2G-Motorenkonzeption eine große Bedeutung. Sie wird erreicht durch eine minimierte Anzahl an Zylindern mit Einzelzylinderköpfen und reduziert die Lifecycle-Kosten z.B. durch digitalisierte Fernwartung. 2G konnte bei der Entwicklungsarbeit für die aura-Baureihe auf einen Erfahrungsvorsprung gegenüber Neuentwicklungen des Wettbewerbs bauen, da das Unternehmen mit der agenitor-Baureihe bei mehr als 500 Einheiten im Markt und über 6 Millionen Betriebsstunden seit der Einführung in 2011 über die größte operative Erfahrung beim Einsatz neuester Motorentechnik in Europa verfügt. Die agenitor-Baureihe ist damit das langjährige Kernsegment der eigenen Motorentwicklung im Hause 2G und die technische Basis für die aura-Baureihe sowie die Wasserstoff-BHKW agenitor H2.