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VQC: Trotz Corona noch rege Bautätigkeit auf Deutschlands Baustellen

Bauen in Zeiten der Pandemie. Während viele Bereiche des öffentlichen Lebens und der Wirtschaft maßgeblich heruntergefahren sind, ist die Bauwirtschaft nicht unmittelbar vom Lockdown betroffen. Also eitel Sonnenschein auf Deutschlands Baustellen? Leider nein, so die Erfahrungen der Sachverständigen des Vereins zur Qualitäts-Controlle am Bau e.V. In Zeiten der Krise lohnt es sich besonders, einen unabhängigen Sachverständigen den Bau des Eigenheimes kontrollieren zu lassen.

Die Corona-Pandemie ist auch für Bauherren derzeit eine echte Belastungsprobe. Viele Bauherren haben den Einzug in das neue Eigenheim zu einem festen Termin einkalkuliert und haben bereits die bisherige Mietswohnung gekündigt. Sie befürchten nun, dass es auf schwierig wird, die Termine einzuhalten und dadurch eventuell in eine finanzielle Notlage zu geraten. Und das oftmals zu Recht: Obwohl die Arbeit auf Baustellen generell nicht eingestellt wird, so kommt es doch verstärkt zu Engpässen, die die Fertigstellung des neuen Eigenheimes verzögern können. Die Sachverständigen des Vereins zur Qualitäts-Controlle am Bau e.V. (VQC) haben sich darauf spezialisiert, Ein – und Zweifamilienhäuser während der Bauphase zu begutachten und haben während der letzten Wochen verstärkt feststellen müssen, dass es zu Verzögerungen auf den Baustellen kommen kann. Der VQC-Vorstand weist darauf hin, dass viele Handwerker auf engem Raum zusammenarbeiten müssten. Dabei sei es oftmals nicht möglich, die Mindestabstandsregeln einzuhalten. Dies erschwere viele Routinearbeiten auf dem Bau und könne die Arbeitsabläufe verzögern und die Qualität und Präzision der Arbeit könne darunter leiden. „Dies ist für uns als VQC eine zusätzliche Motivation, genau hinzuschauen“, so der VQC-Vorstand. Und noch ein Problem kommt derzeit auf die Baufirmen zu. Einige Firmen haben in Zeiten der Krise zusätzlich mit dem ohnehin vorhandenen Facharbeitermangel zu kämpfen und können nun in zeitlichen Verzug geraten. Besonders Hausbauunternehmen, die verstärkt auf osteuropäische Facharbeiter setzen, haben jetzt ähnliche Probleme wie sie auch in vielen Bereichen der Landwirtschaft derzeit verstärkt auftreten. Ganz klar im Vorteil sind dann die Unternehmen, die auf eingespielte Teams aus der Region setzen. In diesem Fall scheint es nach Aussage des VQC derzeit nicht zu personellen Engpässen zu kommen. Generell zeigt sich aber nach Erfahrung der VQC-Sachverständigen, dass immer dort, wo es zu personellen Engpässen kommt, auch Fehler in der Verarbeitung von Baumaterialien gemacht werden.

Allerdings registrieren die Sachverständigen des VQC durchaus regionale Unterschiede bei den Corona-Auswirkungen. Während in Nord- und Ostdeutschland die Baustellen und damit auch die Sachverständigen-Tätigkeiten im Normalbetrieb laufen, sieht es im Westen des Landes etwas problematischer aus. Corona-Hotspots wie der Landkreis Heinsberg werden von den VQC-Sachverständigen derzeit generell nicht bedient und auch die Bautätigkeiten lassen in Westdeutschland derzeit spürbar nach. Als Ursache vermutet hier der VQC vor allem die zurückgehende Erteilung von Baugenehmigungen durch die Behörden, die derzeit nur sehr eingeschränkt arbeiten. Noch problematischer die Situation in Süddeutschland. „Hier droht bereits vielerorts der Stillstand“, so der VQC. „Dies hat auch Auswirkungen auf Handwerker, die oftmals aus Osteuropa stammen. Ihr Dilemma: Ihnen geht die Arbeit aus und sie können so auch kein Geld mehr verdienen. Eine Rückreise in ihr Heimatland kommt aber ebenfalls nicht in Frage, da ihnen dort sowie bei der erneuten Rückreise nach Deutschland die sofortige Quarantäne droht und dann zusätzlich ein massiver Verdienstausfall entsteht.“

Und wie sieht es mit den Baumaterialien aus? Generell scheint die Versorgung an Baumaterialien noch gesichert zu sein. In Süddeutschland registrieren die VQC-Sachverständigen bereits den Mangel an Baumaterialien wie Stahl, Steine und Fenster. Auch spezielle Materialien aus italienischer Produktion sind teilweise Mangelware. „Hier müsste sich der Bauherr rechtzeitig überlegen, ob er nicht zu alternativen Materialien zurückgreift, um den Baufortgang nicht zu gefährden“, so der Tipp der VQC-Sachverständigen. Das VQC-Fazit: Besonders in Zeiten von Corona lohnt es sich, einen unabhängigen Sachverständigen zur begleitenden Qualitätskontrolle des neuen Eigenheimes einzuschalten. Das macht nach Überzeugung des VQC in der aktuellen Situation besonders Sinn. Denn immer, wenn es zu personellen Engpässen und damit zu einem großen Zeitdruck kommt, werden auch Fehler gemacht. Das ist zwar menschlich, kommt die Bauherren später aber teuer zu stehen.

www.vqc.de