TECE
Errichtung und Betrieb von fliegenden Bauten

Dipl. -Ing. Harald Becker erklärte den Teilnehmern unter anderem, welche zentrale Rolle das Prüfbuch im Lebenszyklus eines fliegenden Baus einnimmt.



Die Grundlagen und Rahmenbedingungen für die Errichtung und den Betrieb von fliegenden Bauten waren Inhalt eines eintägigen Fortbildungsseminars mit Exkursion des Haustechnik-Spezialisten TECE. Rund 20 Architekten und Bauingenieure folgten am 23. September der Einladung auf den Hockenheimring, wo Dipl.-Ing. Harald Becker, Baudirektor des Prüfamtes für Standsicherheit in Nürnberg, fundierte Einblicke in das Thema gab.

Jedes Wochenende werden irgendwo in Deutschland Autorennen, Konzerte oder Volksfeste veranstaltet. Eine logistische und organisatorische Meisterleistung, gilt es doch innerhalb weniger Stunden Hospitality-Zelte, WC-Container, Showbühnen, Boxen- und Fahrerlager, aber auch mobile Reklametürme, Fahrgeschäfte, Verkaufsstände und Bewirtungsanlagen zu erstellen – sogenannte fliegende Bauten. Aber auch die Containerstädte und Traglufthallen auf Zeit, wie sie zur Bewältigung des Flüchtlingszustroms errichtet wurden, gehören zu dieser Gattung zeitlich befristeter baulicher Anlagen.
In der Musterbauordnung findet sich die folgende Definition: „Fliegende Bauten sind bauliche Anlagen, die geeignet und bestimmt sind, an verschiedenen Orten wiederholt aufgestellt und zerlegt zu werden. Baustelleneinrichtungen und Baugerüste sind keine Fliegenden Bauten.“ Damit unterliegen fliegende Bauten dem Bauordnungsrecht mit seinen materiellen und formellen Anforderungen. Die Verfahrensvorschriften und die materiellen Anforderungen des Bauordnungsrechts sind einzuhalten.

Der Teufel steckt oftmals im Detail

„Für Architekten sind fliegende Bauten zwar ein Randthema, aber wenn sie damit in Berührung kommen, sollten die Rahmenbedingungen des Baurechts, Verwaltungsvorschriften, Richtlinien und Normen frühzeitig bekannt sein, um alle Möglichkeiten ausschöpfen zu können oder Planungsfehler zu vermeiden“, erklärte Harald Becker im Rahmen des Fachseminars, „der Teufel steckt hier oftmals im Detail.“ Das betrifft, so Becker, sowohl die Planung und Gestaltung von fliegenden Bauten selbst als auch den Entwurf eines Gesamtkonzepts für beispielsweise einen Festplatz oder Flüchtlingseinrichtungen.
Der Diplom-Ingenieur führte die Seminarteilnehmer deshalb in zwei Stunden durch die Theorie zum Thema fliegende Bauten: Rechtsgrundlagen, einschlägige Normen und deren Anwendung, Prüfung und Genehmigung (anlagebezogener Teil) und Gebrauchsabnahme (standortbezogener Teil). Der praktische Teil im Anschluss veranschaulichte das Gehörte mit einer Studie der fliegenden Bauten am Hockenheimring und der Besichtigung des „TECE Cube“, dem mobilen Veranstaltungs- und Cateringzentrum des Haustechnik-Spezialisten, der anhand des Prüfbuchs in Augenschein genommen wurde. Dabei wurde deutlich, welche zentrale Rolle das Prüfbuch im Lebenszyklus eines fliegenden Baus einnimmt. Hier werden alle Genehmigungen, Änderungen von Wohnsitz oder gewerblicher Niederlassung des Betreibers oder die Übertragung eines fliegenden Baus an Dritte eingetragen, wobei ein Zweit- oder Behördenexemplar immer bei der aktuell zuständigen Genehmigungsstelle verbleibt.


Modulare Bauweise bringt Vorteile

Außerdem stellte TECE den Teilnehmern einen mobilen Sanitärcontainer vor, der sich als hochwertige, schnelle Lösung für Großveranstaltungen aller Art eignet und der Duschen, WCs, Urinale und Waschbecken enthält. „Eine modulare Bauweise oder eine komplett angelieferte Vorfertigung ist bei fliegenden Bauten, zum Beispiel Sanitärcontainern oder großen Festzelten, von Vorteil“, sagte Becker, „denn das gewährleistet eine gewisse Qualität auch unter Zeitdruck, erleichtert die Planung und sorgt für schnelle Montage und Demontage – schließlich kommt es bei vielen fliegenden Bauten auf den schnellen Auf- und Abbau an.“
„Als Betreiber eines mobilen Veranstaltungszentrums im Rahmen unseres Engagements als Sponsor der GT-Masters Rennserie haben wir einige Erfahrungen in Sachen fliegende Bauten gesammelt“, erzählt Klemens Reignault, Projektmanager sowie Key-Account Architektur und Hotellerie bei TECE, „da lag es für uns nahe, dieses Wissen auch im Rahmen unserer TECE Academy Seminare zur Verfügung zu stellen. Mit den TECE Registern verfügen wir außerdem über langjährige Erfahrung in der Vorfertigung von Sanitärwänden, die individuell auf Sanitärcontainer zugeschnitten werden können.“
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