GMS e.V.
Technischer Ausschuss gegründet


Der Vorstand der GMS e.V. (von links nach rechts): Alexander Dehnelt, Diehl Metall Stiftung & Co. KG, Röthenbach (GMS-Vorstandsvorsitzender),
Christian Bruse, Bruse GmbH & Co. KG, Attendorn (stellv. GMS-Vorstandsvorsitzender),
Peter Diekmann, KME Brass Germany GmbH, Berlin, Jürgen Christian Schütz, BEULCO GmbH & Co. KG, Attendorn und
Hilbert Wann, Geschäftsführer GMS e.V., Düsseldorf. Bild: Bruno Lukas


Das wichtigste Ziel bei der Gründung der GMS in 1997 war die Sicherung der Werkstoff- und Produktqualität für hochwertige Sanitärbauteile deutscher Halbzeug- und Armaturenhersteller. Hierfür haben die Werkstoff-Experten der Mitgliedsunternehmen in den Gremien der GMS in enger Zusammenarbeit technische Leitlinien entwickelt. Sie wurden über die Jahre immer weiter verfeinert.
Diese Grundlagenforschung erfolgt auch mittels diverser Werkstoffuntersuchungen, welche die GMS bei etablierten Prüfinstituten in Auftrag gibt. Ein zentrales Ergebnis dieser jahrelangen Forschungs- und Entwicklungsarbeit ist die GMS-Werkstoffliste. Sie ist branchenweit anerkannt und gilt als wichtige Leitlinie für die technische Eignung von hygienisch zugelassenen Messing-Werkstoffen in Trinkwasserinstallationen. Der neu gegründete Gesamtverband entwickelt seine Werkstoffliste weiter und wird auch in Zukunft regelmäßig technische Empfehlungen veröffentlichen. Basis für diese Arbeit ist und bleibt zum einen die Forschungsarbeit im Rahmen der Werkstoffuntersuchungen. Zum anderen wird die Zusammenarbeit zur Weiterentwicklung technischer Lösungen im neu gegründeten „technischen Ausschuss“ des GMS e.V. fortgeführt.
„In den vergangenen Jahren wurden zahlreiche Trinkwasserlegierungen neu entwickelt, die mittlerweile auf der rechtsverbindlichen UBA-Positivliste aufgeführt sind“, sagt der GMS-Vorstandsvorsitzende Alexander Dehnelt. „Da die UBA-Liste jedoch keine Aussagen über die technische Eignung trifft, besteht bei dieser mittlerweile großen Vielfalt teilweise Unsicherheit über die Anwendbarkeit für einzelne Bauteile. Genau hier setzen wir an und bieten mit der GMS-Werkstoffliste sowie unseren weiteren technischen Empfehlungen verlässliche Aussagen über die Einsetzbarkeit einzelner Legierungen. Denn nur die Kombination der hygienischen und technischen Eignung lässt klare Schlüsse zu, ob der entsprechende Werkstoff tatsächlich einsetzbar ist. Auf den Punkt gebracht heißt das: Nur wenn der Werkstoff stimmt, kann das Produkt stimmen.“

Anwendungsfeld Nachfolgewerkstoffe für CW 602N
Die Branche verzeichnet spätestens mit dem Ausscheiden des Messingwerkstoffs CW 602N aus der Trinkwasserinstallation einen erhöhten Beratungsbedarf. Die Antwort auf die Frage, welcher Werkstoff als adäquater Nachfolger in Betracht kommt, gibt die GMS-Werkstoffliste, die sich einerseits auf die rechtsverbindliche UBA-Liste als regulatorische Basis stützt, andererseits auf die Erfahrungen aus den Werkstoffuntersuchungen. „Diese über Monate oder gar mehrere Jahre laufenden Tests in Zusammenarbeit mit etablierten Prüfinstituten werden wir kontinuierlich weiterführen, um noch mehr über die Auswirkungen aggressiver Einflüsse auf die Werkstoffe zu erfahren“, so Dehnelt.

Anwendungsfeld Einfluss der Trinkwasserqualität auf die Hausinstallation
Versorger handhaben zunehmend den Einsatz von Trinkwasserzusätzen restriktiver als in der Vergangenheit. Dadurch entstehen neue Fragestellungen, denen sich der GMS zukünftig annehmen will.

Anwendungsfeld Verbindungstechnik
Von besonderem Interesse ist auch die technische Einsetzbarkeit von Trinkwasserlegierungen im Zusammenhang mit der Verbindungstechnik, etwa beim Übergang von einem konischen auf ein zylindrisches Gewinde. Auch hier kann der GMS unterstützend tätig werden, wenn es um bestimmte konstruktive Maßnahmen in Kombination mit werkstofftechnischen Eigenschaften geht.

Marktbeobachtung: Warnung vor qualitativ minderwertigen Billig-Importen
Nicht zuletzt beobachtet der technische Ausschuss des GMS auf dem deutschen Markt auch die Aktivitäten von Importeuren auf die Einhaltung des technischen Regelwerks. Durch die stichprobenartige technische Analyse von Billig-Importen stellte der GMS bereits in der Vergangenheit Defizite in diesem Bereich fest und warnte Anwender vor dem Erwerb nicht zertifizierter Bauteile, die den Normen nicht entsprachen. Auch in diesem Bereich bietet der GMS wertvolle Hilfestellung.
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