Roth Umwelttechnik
Zum Firmenjubiläum neue Blasfertigung in Betrieb genommen

Roth Umwelttechnik nimmt anlässlich des 25-jährigen Jubiläums eine neue Kunststoff-Blasanlage in Betrieb. Das Band durschneiden Helmut Möller aus der Geschäftsleitung Roth Plastic Technology, Dr. Anne-Kathrin Roth von der Unternehmerfamilie und Günter Reins aus der Geschäftsleitung Roth Umwelttechnik (von links).
Foto: Roth Umwelttechnik


Roth Umwelttechnik in Bischofswerda feiert in diesem Jahr 25-jähriges Firmenjubiläum. Im Rahmen einer Feier für Mitarbeiter und pensionierte Mitarbeiter mit ihren Familien nahm der Hersteller eine neue Blasanlage in Betrieb. Sie eignet sich zur Herstellung von Kleinblasteilen aus Kunststoff wie Gefahrguttransportbehälter, die Roth unter dem Namen „Servicebox“ führt und zur Fertigung von Teilen für mobile Toilettenanlagen. Über eine Million Euro investiert das Familienunternehmen in seinen Standort in Ostdeutschland, um der wachsenden Nachfrage nach Technischen Kunststoffteilen zu begegnen.

Ein Roboter erleichtert dem Bediener die Arbeit an der neuen Blasanlage. Das Handlinggerät bewegt die Kunststoffteile auf Knopfdruck in die gewünschte Position. Die Fertigung schont die Ressourcen, da sie dank Einsatz von modernster Regelungs- und Antriebstechnologie mit 50 Prozent weniger Energie als vergleichbare ältere Anlagen auskommt. Der größtmögliche Ressourcen- und Umweltschutz sowie der maximale Einsatz von Erneuerbaren Energien sind fester Bestandteil der Roth Unternehmensphilosophie.
Neben den Technischen Teilen fertigt Roth Umwelttechnik in Bischofswerda komplette Systemlösungen für die Regenwassernutzung als Erdspeicher oder zur Aufstellung in Haus und Garten. Das Unternehmen bietet ökologische Kleinkläranlagen, Versickerungssysteme, Sammelgruben und Abwassertanks.

Verbunden mit den Menschen und der Region

Die Unternehmerfamilie Roth und Matthias Donges, Geschäftsführer Roth Industries sowie Franz Kind, Geschäftsführer Roth Werke zählten zu den Gästen der Jubiläumsfeier. Geschäftsführender Gesellschafter Manfred Roth gratulierte den Mitarbeitern im Werk Bischofswerda zum 25-jährigen Firmenjubiläum und betonte: „Wir sind stolz, dass unsere Sparte Umwelttechnik so aufstrebend ist und wir heute eine neue Kunststoff-Blasfertigung in Betrieb nehmen, um der steigenden Nachfrage nach Technischen Teilen zu begegnen. Der Standort ist eine wichtige Säule für unsere Kunststoffprodukte, mit denen wir weltweit Kunden bedienen. Direkt nach der Wende war es mir ein großes Anliegen, beim wirtschaftlichen Aufbau in Ostdeutschland Verantwortung zu übernehmen. Wir haben alle Höhen und Tiefen der Region mitgemacht und durchgehalten. Ich fühle mich den Menschen und der Region eng verbunden.“
Weltweit verfügt Roth über fünf Produktionsstandorte, an denen Kunststoffprodukte im Blasformverfahren entstehen. Neben den beiden deutschen Fertigungsstätten in Dautphetal-Buchenau und Bischofswerda gibt es eine weitere im spanischen Tudela und zwei in den USA. Diese sind in Watertown und Syracuse. Der Hersteller besitzt die weltweit größten Blasformanlagen. Mit ihnen fertigt Roth Behälter bis zu 10.000 Liter Fassungsvermögen. Mit seinen Speichersystemen für Wasser und Brennstoffe gehört das Familienunternehmen zu den Weltmarktführern und untermauert dies jetzt mit dem Ausbau seiner Produktionsstätten. Erst kürzlich erfolgte der Spatenstich für den Ausbau der Blasfertigung in Watertown.
Im Anschluss an die Ansprachen, der feierlichen Inbetriebnahme der neuen Maschine und einer Betriebsbesichtigung folgte der gesellige Teil der Veranstaltung. Ein Auftritt des Tanztheaters, der Schalmeien-Kapelle, eine Filmvorführung und ein gemeinsames Abendessen rundeten die Jubiläumsfeier ab.

Die Spritzgussfertigung eines Mähdrescherwerks war die Keimzelle für Roth Umwelttechnik

Eine der Keimzellen für die heutige Roth Umwelttechnik war die Spritzgussabteilung der ehemaligen Sächsischen Mähdrescher AG in Neukirch. Als das Unternehmen seine Produktion 1991 einstellte, übernahm Roth von der Treuhand die Spritzgussfertigung mit den damaligen Mitarbeitern sowie einen großen Teil des Firmengeländes des Mähdrescherwerkes in Bischofswerda.
Roth startete ein großes Investitionsprojekt mit dem Bau von Hallen und der Einrichtung einer Blasfertigung mit zwei großen Blasmaschinen. Das Engagement war zunächst auf die Herstellung von Polyethylen-Heizöltanks ausgerichtet. Am 15. April 1992 fertigte Roth den ersten Heizöltank „Made in Ostdeutschland“.
Obwohl die Heizöltankproduktion bis Ende der 1990er Jahre boomte, fing der Hersteller bereits 1994 mit der Fertigung von Wasser- und Klärbehältern im Blasformverfahren an. Die Erfahrungen, die man in der Behälterproduktion gesammelt hatte, kamen hier zum Einsatz. Später kam für Behälter bis 6000 Liter Fassungsvermögen das Rotationsverfahren als Fertigungsmethode dazu. Mit der Herstellung Technischer Kunststoffteile auf den Blasmaschinen fand Roth im Jahr 2002 ein neues Geschäftsfeld. So entstehen etwa Produkte wie Straßenleitbauteile, die in einer Doppelform geblasen werden. Die Technischen Teile sind heute eines der wichtigsten Standbeine für den ostdeutschen Roth Standort. Seit dem Jahr 2006 steht in Bischofswerda eine der weltweit größten Blasformanlagen. Mit ihr fertigt das Unternehmen den für unterirdischen Einsatz bestimmten Behälter Roth Twinbloc mit einem Fassungsvermögen von bis zu 5000 Litern.
Im Jahr 2007 erhielt Manfred Roth vom damaligen hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch das Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland für sein vielfaches ehrenamtliches und gesellschaftliches Engagement. Der ehemalige Oberbürgermeister von Bischofswerda, Andreas Erler hatte bei der Vorschlagsbegründung mitgewirkt. Nicht zuletzt ist die Auszeichnung Würdigung seiner Verdienste am wirtschaftlichen Aufbau in Ostdeutschland.
Die Familie Roth unterstützte die Region in Ostdeutschland nicht nur in wirtschaftlicher Hinsicht. Sie spendete bereits 1994 eine Fußbodenheizung im Wert von rund 50.000 Euro für den Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche.