VTH: Jahrestagung in Basel

 Verfasst am 08.10.2018

Der VTH-Ausbildungspreis „TOP-Azubi des Jahres“ wird seit 2013 an die besten Absolventen aller Prüfungen des Jahres vergeben. Bild: VTH / Kollaxo

175 Handelsexperten aus dem D-A-CH-Gebiet kamen Ende September zur Jahrestagung des VTH Verband Technischer Handel e. V. in Basel zusammen. Das Programm der VTH-Jahrestagung 2018 stand unter dem Motto „Moderne Zeiten brauchen moderne Lösungen“.

Die Kundenbeziehungen in Zeiten der digitalen Transformation thematisierte eine Podiumsdiskussion. Insider aus unterschiedlichen Branchen erörterten „ModerneVertriebswege des Technischen Großhandels zum Endkunden“. Mit Blick auf die rein virtuellen Beschaffungsplattformen und B2B-Marktplätze im Internet benannten die Experten einen Kernfaktor, mit denen der im realen Wirtschaftsgeschehen verankerte Technische Handel Vorteile erringen kann: mit dem Faktor „Mensch“.

Das klassische Geschäftsmodell mit vielfältig geschulten und talentierten Mitarbeitern biete Chancen in zwei Richtungen. Erstens könne man die Fachkräfte durch Motivation und Bonusmodelle auf den Weg der Digitalisierung mitnehmen. Zweitens könne man dem Bedürfnis der Strategischen Einkäufer in der Industrie nach Preis-Nutzen-Optimierung durch fachkundige Beratung entgegenkommen. Auch der Technische Handel wird digital – aber ohne dass man den Innen- und Außendienst zu Robotern macht. Das stelle den entscheidenden Wettbewerbsvorteil gegenüber den rein nach Preisalgorithmen programmierten Handelsplattformen im anonymen Web dar.

In seinem anschließenden Vortrag „E-Commerce zerstört alteKundenbeziehungen“ gab Prof. Dr. Gerrit Heinemann (eWebResearch Center der Hochschule Niederrhein) den ein oder anderen Warnschuss an die Adresse des klassischen Fachhandels ab. Nach seiner Erkenntnis übertrage sich die hohe Akzeptanz des Onlinehandels rasant schnell vom B2C- auf den B2B-Bereich. Dazu trage bei, dass den Kunden vielfach egal sei, mit wem sie handeln. Auch wenn Amazon eine reine Maschine sei, Amazon Prime Zahlungen vor Leistungserbringung verlange und Alibaba weder eigene Ware noch Lager habe, würden solche Plattformen als Handelspartner akzeptiert und sogar mit hohen Kundenzufriedenheitswerten ausgestattet. Heinemann führte den Technischen Händlern vor Augen, dass das Geschäftsmodell der Onlinekonkurrenz vor allem auf Kundenbeziehungen aufbaue und jeder Händler gut beraten sei, seine eigenen Kontakte nicht an die Internetriesen zu verschenken, indem er einem solchen Marktplatz beitritt.

„Fast sieben Prozent Umsatzzuwachs bis Ende August hat es in einem laufenden Jahr selten gegeben“, präsentierte der VTH-Vorsitzende Mühlberger erfreuliche Zahlen in der VTH- Mitgliederversammlung. Er forderte die Mitgliedsfirmen auf, trotz Hochkonjunktur weiter in Fachwissen zu investieren (VTH-Fachberaterlehrgänge, Qualitätszertifikate der VTH-Fachgruppen) und weiterhin rege Schulungen wie zum Thema „Online-Shop“ zu besuchen.

Die Ehrung von zehn „TOP-Azubis des Jahres“, die ihren Abschluss mit „sehr gut“ erzielten, bewies, dass das Wissensfundament im Technischen Handel gut zementiert ist. Weitere 22 Azubis erhielten eine Urkunde mit der Note „gut“ (weitere Informationen unter http://www.vth-top-azubi.de).

Zu einer Tagung innerhalb der Tagung luden die 25 VTH- QUALITÄTSPARTNER ein, führende Unternehmen der Lieferindustrie. Das seit rund 20 Jahren erfolgreich gestaltete Dachmarketingprogramm zugunsten der Leistungsfähigkeit des Technischen Handels soll fortan durch eine Content- Marketing-Strategie der Agenturen Thoma+Schekorr und KOLLAXO zeitgemäß ausgestaltet werden.

http://www.vth-verband.de