B.KWK: Eine Chance für KWK-Anlagen

 Verfasst am 11.09.2018

Gemeinsam mit weiteren Verbänden, Organisationen und Unternehmen unterstützt der B.KWK die Infokampagne „Neue Chancen für KWK-Anlagen bei Wärmenetzen und gewerblichen Betreibern – Senkung der Wärmekosten durch flexiblen, Strommarkt orientierten Betrieb“.

Die Infokampagne zur Flexibilisierung von Erdgas-KWK-Anlagen startet am 16. Oktober 2018 in Nürnberg. An 10 bundesweiten Terminen werden bis Juni 2019 Fern- und Nahwärmeversorger, Industrie- und Gewerbebetriebe, Krankenhäuser, Alten-/Pflegeheime und Wohnungswirtschaft sowie Berater und Planer über Voraussetzungen und Chancen einer flexiblen Fahrweise von KWK-Anlagen und die erforderlichen Schritte informiert.

Anlagen über 100 kW elektrisch werden künftig in der Regel nicht mehr für die Grundlast mit mehr als 5.000 Betriebsstunden pro Jahr ausgelegt werden, sondern für 2.000 bis 3.000 Stunden. Die Anlagenleistung für Neu- und Bestandsanlagen wird sich im betriebswirtschaftlichen Optimum mehr als verdoppeln, der KWK-Wärmeanteil deutlich erhöhen und ein Großteil des erzeugten Stroms wird auch bei Eigenerzeugern in Industrie, Gewerbe usw. in das öffentliche Stromnetz eingespeist werden.

Das Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz (KWKG) 2017 hat für Anlagen mit mehr als 100 kW elektrischer Leistung die Wirtschaftlichkeitsparameter grundlegend verschoben. Denn bei solchen Anlagen wird in der Regel nur noch derjenige Strom mit einem Zuschlag gefördert, der in das Netz der allgemeinen Versorgung eingespeist wird. Strommarktorientierte Einspeisung bringt höhere Erlöse. Dies hat eine überraschend starke Veränderung für die wirtschaftlich optimale Auslegung zur Folge. Das Ausmaß dieser Veränderung wird erst mittels Optimierungssoftware vollständig ersichtlich. Dies gilt nicht nur für neue Standorte, sondern auch für bestehende Anlagen. Auch hier bietet sich in vielen Fällen mit dem neuen KWKG eine außerordentliche Ertragsmöglichkeit auf der Stromseite, mit der die Kosten der Wärmeerzeugung deutlich gesenkt werden können. Voraussetzung ist, dass ein zusätzliches Potenzial zur Substitution von Wärme aus Kesselfeuerung durch Wärme aus KWK gegeben ist.

Nähere Informationen zur Kampagne, alle Termine und Anmeldung auf www.kwkkommt.de.