Garant: Orientierung in stürmischer See

 Verfasst am 04.05.2018

GARANT Bad + Haus Geschäftsleiter Marc Schulte will auch 2018 mit seinem Einkaufsverband Themen bearbeiten, die den Handwerkern unter den Nägeln brennen. Bild: GARANT Bad + Haus

Beim Partnerevent der Verbundgruppe GARANT Bad + Haus standen neben Informationen zum neuen EU-Datenschutzrecht auch kontroverse Zukunftsthemen wie Handwerk 4.0 oder die aktuelle Situation der Vertriebswege im Vordergrund.

Marc Schulte, Geschäftsleiter von GARANT Bad + Haus, referierte vor rund 180 Mitgliedern der Verbundgruppe im A2 Forum in Rheda-Wiedenbrück über aktuelle Themen der Verbandsarbeit. Neben dem chronischen Fachkräftemangel ist dies die Markenbildung im lokalen Markt.

Als Beitrag zur Lösung des Fachkräftemangels präsentierte Ulrich Bergmann seine modulare Vorfertigung. Mit einem integrierten Verkaufs- und Badbauprozess kommt er schneller zum Auftrag, nutzt die kostbare Zeit seiner Fachkräfte effizienter und produziert eine höhere Qualität zu niedrigeren Kosten. Der Vortrag vermittelte einen hervorragenden Eindruck, was die Digitalisierung im Handwerk heute bewegen kann. Auf das Thema Personalbeschaffung ging Daniela Ben Said in ihrem Vortrag ein. Sie empfiehlt hierfür eher Online-Jobbörsen und Ebay-Kleinanzeigen als die Tageszeitung. Auch um Bewertungsportale sollte sich der Handwerker kümmern, sei es nun Kununu & Co. oder Google.

 Den Standpunkt, dass die Bemühungen um die Beseitigung des Fachkräftemangels letztlich erfolglos bleiben werden, vertritt Hans Arno Kloep von Querschiesser. Sein Vortragsthema „Stehen wir vor dem Kollaps? “ bezieht er auf die etablierten Vertriebsstrukturen. Ein Bruch werde vor allem von der Industrie ausgehen, die über die Handwerkerschiene nicht mehr die potenziell möglichen Umsätze generieren könne. Nach einer chaotischen Phase würden sich aber wieder neue, stabile Absatzwege etablieren. Handwerker, die sich als eigenständige Marke entwickelt haben und die sich über Gemeinschaften wie GARANT Bad + Haus vielfältige Unterstützung holen können, sollten diese Krise jedoch überwinden und als Gewinner aus ihr hervorgehen.

 Bewährt hat sich beim Partnerevent auch das Veranstaltungskonzept des IQ-Bators. Dies ist ein von der Dauerausstellung im A2 Forum abgetrennter Seminarbereich, in dem Kurzpräsentationen angeboten werden. Hervorzuheben ist der Beitrag von Alexander Wagner, Rechtsanwalt der Kanzlei Wolff Göbel Wagner, die Rechtsberatung für GARANT Mitgliedsbetriebe anbietet, zum neuen EU-Datenschutzrecht. Wagner klärte die Zuhörer auf, was sie in den nächsten Wochen umsetzen müssen. Seine Kanzlei hat hierfür vorgefertigte Lösungen entwickelt, die Mitgliedern der Verbundgruppe zur Verfügung stehen. Weiterhin gab es im IQ-Bator Anregungen zum Auftritt der Handwerker beim Kunden durch Farb- und Stilberaterin Ute Erbe und Tipps zur persönlichen Work-Life-Balance für Handwerksunternehmer von Holger Siegel. Neben den fachlichen Beiträgen gab es natürlich auch ein ansprechendes Rahmenprogramm für die Mitglieder, denn, wie Marc Schulte schon in seiner Eröffnungsrede sagte, der Mensch „ist vornehmlich ein soziales Wesen“.

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