TGA: Energy-Talk „Politik fragt Wirtschaft“

 Verfasst am 27.04.2018

Auf dem Podium (v. l. n. r.): Günther Mertz, Marie-Luise Dött MdB, Timon Gremmels MdB, Dr. Julia Verlinden MdB, Hermann Sperber, Prof. Dr.-Ing. Christoph Kaup und Andreas von Thun. Bild: Kristian Barthen

Politiker und Fachleute der Technischen Gebäudeausrüstung (TGA) tauschten sich in Berlin über Probleme und Lösungen im Bereich der Energieeffizienz von Gebäuden aus. Anstelle einer klassischen Podiumsdiskussion wurde auch in diesem Jahr erfolgreich das Format des ENERGY TALKS angewendet: Politiker befragen Experten aus der Wirtschaft.

Die Abgeordneten erkundigten sich nach den neuesten Entwicklungen im Bereich der TGA und welche Möglichkeiten sich daraus ergeben. Parteiübergreifend gaben die fragenden Abgeordneten zu erkennen, dass der Gesetzgeber schnellstmöglich das Energieeinsparrecht zusammenführen und den Niedrigstenergiehaus-Standard definieren sollte.

So sprach sich die umwelt- und baupolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Marie-Luise Dött, dafür aus, in Deutschland einen CO2-Preis einzuführen – wenn er „ordentlich gemacht ist“. Auf ihre Frage, ob die Wirtschaft für die Methode „Building Information Modeling (BIM)“ bereit sei, antwortete Alexander von Thun: „Die Unternehmen und die Verbände gehen bei BIM voran.“ Er äußerte den Wunsch der Industrie, dass die öffentliche Hand auch bei der Digitalisierung der Bauprozesse eine Vorreiterrolle einnehmen sollte.

Dr. Julia Verlinden, Sprecherin für Energiepolitik der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, forderte die Vertreter der Regierungskoalition auf, in einem zukünftigen Gebäudeenergiegesetz Anforderungen festzulegen, mit denen die Klimaschutzziele auch wirklich zu erreichen wären. Dies könne aus ihrer Sicht nur mit einem Instrumentenmix gelingen. In den Antworten der Fachleute wies Hermann Sperber darauf hin, dass die TGA-Branche den Entwurf eines Gebäudeenergiegesetzes im Januar 2017 grundsätzlich begrüßt und unterstützt habe.

Timon Gremmels, Berichterstatter für die Themen Energieeffizienz/Wärme der SPD- Bundestagsfraktion, wollte wissen, was die Politik tun kann, um die Wirtschaft bei ihren Anstrengungen für mehr Gebäudeenergieeffizienz zu unterstützen. Professor Kaup sagte: „Wir wollen effizient bauen und qualitativ hochwertige Produkte auf den Markt bringen.“ Dazu sei ein ordnungspolitischer Rahmen notwendig, in dem auch die Wirtschaftlichkeit eine wichtige Rolle spielt. Außerdem forderte er die Politik und die Fachleute aus den Bundesministerien auf, sich in den Normungsausschüssen fachlich stärker einzubringen.

Zum Schluss fasste Moderator Günther Mertz zusammen: „Der heutige ENERGY TALK hat wieder einmal gezeigt, wie wichtig das Gespräch zwischen der Politik und den Fachverbänden der Technischen Gebäudeausrüstung ist. Nur durch vertrauensvolles Miteinander und wenn sich Politik und Wirtschaft regelmäßig abstimmen, kann die TGA-Branche ihrer tragenden Rolle in der Gebäudewende gerecht werden.“

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