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GMS: Diskussion zur Trinkwassergesetzgebung

 Verfasst am 09.04.2018

Insgesamt sechs Unternehmen der Sanitärbranche informierten sich auf dem GMS-Workshop und diskutierten über die regulativen Vorgaben für Werkstoffe in der Trinkwasser-Installation. Bild: Bruno Lukas, Press’n’Relations GmbH

Im Zuge seiner Neuausrichtung veranstaltete der Gesamtverband Messing-Sanitär (GMS) am 21. März 2018 einen Workshop im bayerischen Vöhringen. Im Vordergrund stand der fachliche Austausch zum regulativen Umfeld für Sanitärwerkstoffe – insbesondere zum neuen Entwurf der EG-Trinkwasserrichtlinie, der seit Anfang 2018 vorliegt.

Der GMS-Geschäftsführer Hilbert Wann informierte die Workshop-Teilnehmer zunächst über die aktuellen regulativen Vorgaben, darunter der seit Anfang 2018 vorliegende Entwurf der neuen EG-Richtlinie für Trinkwasser. Der Vorschlag der Kommission sei die Senkung des Blei-Grenzwertes auf 5 Mikrogramm pro Liter (derzeit 10) sowie die Senkung des Chrom-Grenzwertes auf 25 Mikrogramm pro Liter nach einer zehnjährigen Übergangszeit. Einschränkend sei die Aussage, dass die Parameterwerte regelmäßig überprüft würden – mit der Möglichkeit, strengere Grenzwerte festzulegen, wenn wissenschaftliche Erkenntnisse dies rechtfertigen.

Des Weiteren ging der GMS-Geschäftsführer auf die geplante Konformitätsbestätigung der UBA-Hygieneliste ein: Dies sei ein Verfahren zur Bestätigung der Einhaltung der hygienischen Anforderungen an die enthaltenen Werkstoffe für Produkte in Kontakt mit Trinkwasser. Die Hersteller müssten nachweisen, dass die von ihnen vertriebenen Produkte den Anforderungen des §17 Absatz 2 und Absatz 3 der Trinkwasserverordnung bzw. der darauf basierenden UBA-Hygieneliste entsprechen. Hierbei wird eine Konformitätsbestätigung der hygienischen Eignung nach dem System 1+ (Bauprodukteverordnung) gefordert.

Hilbert Wann beschrieb detailliert die Arbeitsweise des technischen Ausschusses, der derzeit rund 20 Einzelthemen bearbeitet. Zu den aktuellen Vorhaben gehören die Erstellung und Weiterentwicklung von technischen Richtlinien, eine Bewertungsgrundlage für die Verwendung von Werkstoffen in unterschiedlichen Wässern nach Turner oder das Projekt „Härtemessungen“ in Zusammenarbeit mit einem externen Werkstofflabor. Ziel dieses Vorhabens ist die Neubewertung von Verfahren zur Bestimmung der Härte von Bauteilen mit Richtwerten und Umwertung (Brinell/Vickers).

Zudem gab GMS-Geschäftsführer Hilbert Wann potenziellen Neumitgliedern einen detaillierten Einblick in die Arbeit des Verbandes. Abgerundet wurde der Workshop mit einer Führung durch die Stangenherstellung des GMS-Gründungsmitglieds Wieland-Werke AG. Vertreter von sechs namhaften Herstellern aus der Sanitärindustrie zeigten reges Interesse an der Mitgliedschaft im GMS. Dabei zielt der GMS insbesondere auf die korrosionstechnische Eignung von Trinkwasser-Legierungen ab. Die Mitgliedsunternehmen lassen regelmäßig ihre Werkstoffe und Bauteile in gemeinsamen, umfangreichen Langzeituntersuchungen von unabhängigen Instituten prüfen. Diese Werkstofftests bilden die Grundlage für die branchenweit anerkannte GMS-Werkstoffliste, welche die „technische Eignung“ von Sanitärwerkstoffen bescheinigt – als Pendant zu Hygieneliste des Umweltbundesamtes.

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