SHK M-V: Geringe Feinstaubbelastung bei modernen Feuerstätten

 Verfasst am 02.03.2018

Was ist schöner, als bei den derzeit frostigen Temperaturen am wohlig-wärmenden Kaminfeuer zu sitzen und auf die klirrende Kälte draußen einfach zu pfeifen? Kamin- und Kachelöfen sind im Kommen und mit Holz betriebene Feuerstätten liegen voll im Trend.

In Deutschland gibt es circa 10 bis 11 Millionen Holzfeuerstätten. In jedem vierten Haushalt steht ein Kamin- oder Kachelofen bzw. jeder achte Bundesbürger nutzt eine sogenannte Einzelraumfeuerstätte. Für viele Menschen ist die Wohlfühlwärme mit einer Feuerstätte ein Grundbedürfnis. Die Nutzer heizen mit einem natürlichen und ökologischen Energieträger, denn Holz ist schließlich die Nummer eins unter den erneuerbaren Energien im Wärmemarkt. Gleichzeitig müssen die Ofen- und Luftheizungsbauer sich auch aktuellen Herausforderungen wie der Verringerung von Feinstaubemissionen stellen, um zukünftige Heizverbote zu vermeiden.

Dabei wird oft den Feuerstätten buchstäblich der „Schwarze Peter“ zugeschoben. Doch sie gehören bei weitem nicht zu der Gruppe der Hauptverursacher von Feinstaubemissionen. Nach Angaben des Umweltbundesamtes (UBA) haben Haushalte mit Kleinfeuerungen im Feinstaubsegment PM 10 (Feinstaub) nur einen Anteil von 9 Prozent. Im Feinstaubsegment PM 2,5 (ultrafeine Feinstaub) liegt der Anteil der Haushalte bei 19 Prozent. Die Hauptanteile der Feinstaubemissionen liegen laut UBA eindeutig in den Bereichen Landwirtschaft, Verkehr und Industrie. Die 15 größten Hochseeschiffe verursachen beispielsweise die gleiche Menge an Emissionen wie circa 750 Millionen PKW. Ein Kreuzfahrtschiff emittiert so viel Schwefeldioxid wie circa 6 Millionen PKW. Auch das Silvesterfeuerwerk setzt innerhalb weniger Stunden rund 5.ooo Tonnen Feinstaub (PM 10) frei. Das entspricht in etwa 17 Prozent der jährlich im Straßenverkehr abgegebenen Feinstaubmenge. Hierzu Jens Cordes, Fachgruppenleiter Kachelofen- und Luftheizungsbau des Fachverbandes Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik M-V:„Mit Blick auf die Kamin- und Kachelöfen sind es vor allem die alten Öfen, die zu viele Emissionen verursachen. Hier hat der Gesetzgeber bereits eingegriffen. So mussten zum Jahresende 2017 Heizungsanlagen, die mit Festbrennstoffen wie Holzscheiten, Pellets, Hackschnitzel oder Kohle befüllt werden und vor 1985 zugelassen wurden oder mit keiner Datumsangabe versehen sind, einen Grenzwert erfüllen. Wird dieser nicht eingehalten, müssen die Anlagen ausgetauscht oder von einem Fachhandwerker mit einem Staubfilter nachgerüstet werden.“

Die heutige Generation an Festbrennstofffeuerstätten ist mit moderner Verbrennungstechnik ausgestattet, die den Anforderungen der 2. Stufe der ersten Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (1. BImSchV) genügen. Diese Geräte emittieren in der Typprüfung sieben bis zehnfach geringere Staubmengen als noch in den 70er-Jahren. Und dies bei wesentlich verbesserten Wirkungsgraden. Gewährleistet wird das durch eine breite Betreiberaufklärung in puncto Gerätetechnik, Brennstoffqualität und richtige Bedienung. Ein gut informierter Betreiber kann somit maßgeblich zur Emissionsminderung beitragen.

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