15. Forum Wärmepumpe: In stürmischen Zeiten auf Kurs halten

 Verfasst am 04.12.2017


Vorstandsvorsitzender Paul Waning bei seiner Begrüßungsrede zum 15. Forum
Wärmepumpe.

 


BWP‐Geschäftsführer Dr. Martin Sabel bei der Eröffnung des Forums Wärmepumpe
2017 im Berliner Ellington Hotel.

 


Umweltminister a. D., Prof. Dr. Dr. Klaus Töpfer, Keynote‐Speaker beim 15. Forum
Wärmepumpe: „Die Energiewende ist bisher eine Mogelpackung“.

 

180 Teilnehmer aus Politik, Wissenschaft, Industrie und Handwerk trafen sich am 23. und 24. November im Berliner Ellington Hotel zum „15. Forum Wärmepumpe“ um spannende, hochkarätige Fachvorträge zu hören, den regen Austausch zu brisanten Themen zu suchen und, nicht zuletzt, um 10 Jahre BWP‐Geschäftsstelle in Berlin mit dem Team der Geschäftsstelle des Verbandes zu feiern.
Im Fokus der Veranstaltung stand neben den Herausforderungen der Branche (Qualitätssicherung, Digitalisierung) die Sektorkopplung. Paul Waning, Vorstandsvorsitzender des BWP, bezog in seiner Eröffnungsrede klar Position: „Elektrifizierung ist immer ein Synonym für Fortschritt und Komfort gewesen. Vermisst irgendjemand die Erleuchtung mit Fackeln oder die Züge mit Kohlewaggon? Elektrifizierung und Dekarbonisierung sind zwei Seiten derselben Medaille.“ Um die Sektorkopplung voranzutreiben, forderte der Verbandschef vor allem wettbewerbsfähige Strompreise: „Dazu muss nicht nur die Stromsteuer fallen, sondern auch die Industrieprivilegien im EEG künftig aus dem Haushalt finanziert werden“.
Prof. Dr. Klaus Töpfer unterstrich in seiner Keynote den Appell: „Die Energiewende ist bisher eine Mogelpackung.“ Die Senkung der CO2‐Emissionen in den 90er Jahren sei primär auf die Schließung der Kohlekraftwerke in der ehemaligen DDR zurückzuführen. Seitdem hätten drei Bundesregierungen in Folge die Klimaschutzvereinbarungen nicht annähernd eingehalten. Der ehemaliger Exekutivdirektor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) und Umweltbundesminister a. D. betont, dass für eine erfolgreiche Sektorkopplung auch eine Finanzierungskopplung zwingend erforderlich sei.
Trotz eines recht erfolgreichen Klimagipfels in Bonn können die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens nach aktuellem Stand nur noch erreicht werden, wenn es effektive politische Schritte zur CO2‐Einsparung gibt. Angesichts der Unklarheit im politischen Berlin ist die Verwirklichung der notwendigen Maßnahmen in den Bereichen Energiepreise, Energieeinsparrecht und Förderung jedoch ungewisser denn je.
Erfreulich für die Branche bleibt das kontinuierliche Wachstum des Wärmepumpen-Marktes. 2017 könnte erneut ein Rekordjahr werden – ein Absatz von mehr als 70.000 Heizungswärmepumpen für das laufende Jahr ist realistisch. „Damit sich die Wärmepumpe auch in der Modernisierung, also bei Heizungstausch, durchsetzen kann und damit auch Projekte im größeren Stil (Großwärmepumpen, Wärmenetze, Quartierslösungen) unkompliziert umgesetzt werden können, ist zum einen die nachhaltige Aufklärung der Hausbesitzer, Architekten und Planer über die Vorteile eines erneuerbaren Heizsystems weiterhin entscheidend und zum anderen die Motivation und Entwicklung des Fachhandwerks. Das gleiche gilt für die Themen Smart Home und Digitalisierung. Die Branche bleibt, aller schwierigen politischen Umstände zum Trotz, optimistisch“, resümiert BWP‐Geschäftsführer Dr. Martin Sabel die Veranstaltung.
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